H O N I G L E G E N D E

 

W ie  n e n n e  i ch  e s   ???

professionally shop of bee-keeper?
Das Immenhaus?
Das Bienenhäuschen?
Honig ist das Süßeste! Dann:

H O N I G H Au S


An Schloß, Mühle nebst Schloßteich vorbei,
danach oberhalb die Straße sich teilt, rechts hinan führend in die kleine Republik
"Falkenberger Musenhof"
links fernhin gen Mockrehna, allwo die Moggrähnschen dem zauberkundigen
Mühlknappen "Pumphut" ein ehrwürdiges Denkmal gesetzt;
nun, am Ende des Heidedorfes rechts,
dort  →
zurück gezogen, abseits der Straße,
errichtet unter hohen Laub- & Nadelbäumen
winkt dem rüstigen Wandrer das schmucke Honighaus.
Wahrscheinlich hätte das Häusel einer Buckelhexe sehr gefallen; aber die Zeiten haben sich geändert, Hexen gewandelt. Die sind Chemikerinnen geworden oder Ärztinnen oder Apothekerinnen; kochen und Brauen in ihren Kesseln manch wirksames Mittel, helfen mit ihren zauberhaften Händen der Kranken böse Leiden mildern, und sie heilen gar.
 
Durch das breite Fenster schauen mengig verschiedenste Waren, die dem Unkundigen geheimnisvoll deuchten. Falls die Tür verschlossen ist:
K l i n g e l n !
Dann öffnet keine krummhäßlliche Hexe, sondern die hübsche Händlerin freundlichen Grußes. Ihre Erscheinung macht keinen fürchten, läßt nicht erwarten, daß verirrte Kinder für den Hexensabbat im Backofen gegrillt werden.
 
Über die Stufe getreten umwölkt die Nase anziehend verführerischer Duft, der die Sinne umwölkt; er ist kein Köder für armer Wäldler Kinder. Das Luftaroma ist die Summe von Honig, Kittharz, Wachs und dem Harz der Hölzer. Es gilt der Menschen Nase bereits seit dem Beginn ihrer Sammlerzüge vor Millionen Jahren wegweisend, ist Pfadmarkierung gewesen in der Wildnis und unwiserstehliches Lockmittel zu einmaliger Süßigkeit, die erlangt werden konnte in Baum_ oder Felshöhlungen.
Der Bienenhaltung unkundige Leute werden sich erst langsam mit Mühe zurecht finden zwischen der Fülle dessen, was an Honig, Wachs, Material, Geräten, Futtermitteln samt Bienenwohnungen geboten, aber auch benötigt wird.
Wer in aller Welt beschäftigt sich schon mit solch giftstachligem Viehzeug, daß allgemeine Kenntnis dieser Dinge vorausgesetzt werden könnte. Ich wüßte auch von keiner Hexe, die sich mal darauf eingelassen hätte; wenngleich Bienen zu den Haustieren zählen. Raben, Katzen, Hunde, Rehe, Frösche wohl gelitten: Doch Bienenkönigin mit Schwarm auf der Hexe Schulter?
Nein!
Vor solcher Hexe hätten Kinder echt bammel.

Man kann nur staunen, was Imker alles so brauchen. Na ja, schließlich haben sie meist
50 000 mitunter 100 000 Damen in einer Bienenwohnung auszustatten; auch Kasten, Beute oder Magazin genannt, je nach erwähltem Konfort

"Sehen sie sich erstmal gründlich um!"

Das empfiehlt Fräulein  I M M E , die rührige Händlerin.
"Wir haben auch manches für den täglichen Hausgebrauch, das aus Bienenprodukten hergestellt worden ist. Sie finden bestimmt etwas nach ihrem Geschmack. Bisher haben alle Kunden eine Kleinigkeit erstanden, die sie zufrieden stimmte."

Mittlerweile hellen sich die Gesichter auf.
"Kuck mal hier! Eine echte Wachskerze. Die habe ich mir schon immer mal gewünscht".
"Wird die den Bienen in ihre Wohnung gestellt?"
"Ach du kleiner Spinner", belehrt ihn die Mutter; "die kommt in unser Wohnzimmer".
"Haben denn Bienen kein Licht in ihrer Kastenwohnung?"
"Ja, so ist es."
"Dann haben die vielleicht gar keine Augen?"
Fräulein Imme bemerkt die Verlegenheit der Mutter, für sie antwortend:
"Die Bienen haben Augen, kleiner Mann, 1 großes Fazettenauge an jeder Seite des Kopfes und 3 Punktaugen in der Mitte."
"Oooch, so ville hamse", wundert sich der Knirps.
"Mit ihren Augen können Bienen sehr gut sehen während sie fliegen und Blüten suchen. Auch ihre Flugrichtung bestimmen sie damit, finden sich ganz genau zum Flugloch ihrer Wohnung heim; selbst wenn sie kilometerweit unterwegs waren. Sie brauchen kein GPS."
"Pappi, hier ist jede Menge Honigkuchen, Honigwaffeln und Honigbonbon. Darf ich etwas nehmen?"
"Such dir was aus und legs in den Korb!"

Die Eingangstür klingelt. Kundschaft naht:
"Guten Tag! Herr Stache. Fein daß Sie zufällig vorbeikommen. Eine Wandergruppe besucht mich hier. Mein Besuch hat Fragen. Und sie sind bestens bewandert im Fach, die zu beantworten."
"Wie gewünscht, Fräulein Imme! Ich habe hier meine Einkaufsliste; vielleicht könnte Sie die inzwischen etwas abarbeiten?"
"Aber selbstverständlich! Herr Stache."

" Na, dann bringen sie mich mal mit ihren Fragen in arge Verlegenheit!" wendet er sich an die Gruppe.
Eine junge Dame:
"Der weiße Hut dort mit dem Schleier, sind die für die Hochzeit der Bienenkönigin?"
"Gewiß kann man die dafür anziehen. ansonsten gehören sie zur imkerlichen Schutzbekleidung. Trotz aller Zähmungsversuche ist der große Erfolg wie bei dem Wolf oder anderen wehrhaften Tieren ausgeblieben. Bienen sind nach wie vor wildes Volk, das sein ungezähmtes Leben führt: Es sticht giftig, wenn es gestört wird. Um gefährliche Stiche der mißtrauischen Wächtrinnen währen der Arbeit im Volk zu vermeiden, schützen sich Imker nebst Imkerin mit stichfester Kleidung."

Der Knabe mit dem Honigkuchen tritt an die Kasse:
"Ich habe meine Auswahl getroffen und möchte zahlen. Dann habe ich noch eine Frage?
"Bitte!"
"Warum haben sie keine Honigkuchen auf dem Dach, so wie im Märchen?"
Fräulein Imme ist verdutzt. Was soll sie darauf antworten?
"Na, bei dem Regenwetter, das wir hier haben würden die aufgeweicht runterkleckern. Womöglich war das Wetter im Walde dort anders. Entweder hat die Hexe den Regen weggehext oder sie hat Hänsel mit Gretel vorher bemerkend die Leckereien schnell rausgehängt."
"Das hätten sie doch auch tun können!"
"Ich wußte ja nicht, daß solche Naschkätzchen kommen, mein Märchenprinz; dann kann ich leider nicht hexen, hätte es bestimmt getan. Ich möchte auch gerne einen Prinzen als Mann haben. Doch keine Botenreiter sind erschienen, keine Herolde mit tönenden Fanfaren nahten. Was soll Frau da machen ?"
Imme streicht artig ihr Haar zurück.
"Dann sind die in den Hinterhalt von Räubern gelockt worden. Ich werde meine Polizei aussenden, sie befreien."
"Tun sie das, mein Prinz, bevor es zu spät ist!"
Fräulein Imme schreibt den Kassenzettel fertig. Der Junge blickt gespannt hin. Zum Vater bemerkt er dann:
"Alles mit der Hand geschrieben ; Betrag erhalten, danke drunter und sogar mit echtem Autogramm". Leiser ergänzt er: "Denke dir, Vati, jedes Wort mit der linken Hand gezogen. Knacke doll finde ich diss."
Herr Stache steht inmitten der Gruppe. Von einem Mädel wird die Frage in den Ring geworfen:
"Wie kommt denn der Honig in die Gläser? Schütten den die Bienen aus ihren kleinen Eimerchen hinein wie Biene Maja? Meine Großmutter sagt 'Nein!' aber urst genau weiß sie das garnicht."
"Schön wärs", meint Imker Stache. "Biene Maja ist der regen Fantasie des Künstlers entflogen. So weit reicht keines unsrer Zuchtziele. Ob das aber Gentechnik in der Vielfalt bewältigen kann, bleibt sehr fraglich. Wirklichkeit nebst Fantasie klaffen oft meilenweit auseinander, auch wenn sie schöngeistigen Wünschen entspricht, den Märchen ähnelnd.
Nun zur Wirkichkeit:
Sie sehen dort die runde glänzende Weißblechtrommel auf Stelzen."
Er tritt daneben, greift hinein, bringt ein viereckiges Holzgebilde zum Vorschein. "Stücker 3 oder mehr hängt man nach Bedarf sorgfältig nebeneinander in die Bienenbeute." Er greift wieder hinein, zieht ein ausgebautes Rähmchen hervor. "Sie sehen, hier haben Bienen eine Wabe aus Wachs reingefügt. Die besteht aus vielen kleinen, genau sechseckigen Röhrchen, Zellen genannt, in denen eine Biene Platz hat. In diese Zellen füllen sie aus ihrer Honigblase den Nektar, den sie, wenn er zu Honig gereift ist mit Wachsdeckelchen haltbar verschließen.
Der Imker oder, die Imkerin haben wir auch, entnimmt der Beute die verdeckelte Honigwabe, streift vorsichtig mit nem Federkiel die ansitzenden Bienen ab; die will man ja nicht schleudern. Danach wird die Wabe mit ner breiten Gabel, die viel spitze Zinken hat,entdeckelt und sofort in die Schleuder gestellt. Jetzt darf jemand die Kurbel drehen. Kräftig! Immer rundherum!"
Die Fragerin hat zugegriffen.
"Es darf dabei gesungen werden!"


" Summ, summ, summ;
Bienchen flieg herum!
Fliege über Stock und Stein,
brich dir nicht die Flügelein.
Summ, summ, summ;
Bienchen kurv herum!
 
Summ, summ, summ;
Bienchen flieg herum!
Fliege zu den Blüten fein
, trage vielen Nektar heim.
Summ, summ, summ;
Bienchen such herum!
 
Summ, summ, summ;
Bienchen flieg herum!
Ist der Honig ausgereift,
der Imker dann die Schleuder greift.
Summ, summ, summ;
Schleuder dreh dich rum!
 
Brumm, brumm, brumm;
die Kurbel dreh ich rum!
Fließt viel Honig in das Glas,
haben Kinder süßen Spaß.
um und rundherum;
Schleuder dreh schnell num."

 
Da fragt jemand: "Das klingt mir aber sonderbar lustig. In welcher Heide haben denn ihre Bienen den Text gefunden?"
"Sie dürfen lachen! Öko, Eigenprodukt. Ich erhebe keinen Anspruch auf Honorar. Jeder darf beliebig ändern und zur Belustigung beitragen."

Indes hat Fräulein Imme etliche Kunden bedient; miunter gleich 3, 1 im Fernruf, 2 im Hause. Sie flitzte hin und her bei der Warenauswahl, notiert auf ihrem Rechnungsblock, gibt freundlich Auskunft, erklärt unverdrossen, beweist Sachkenntnis. Sie beachtet was jeder auswählt, vergewissert sich im Warenkatalog, vergleicht mit der Preisliste und Kassiert. Jede Kundin, jeden Kunden verabschiedet sie höflich.
Die Besucher um Zeidler Stache hören so manches Fachwort nebenbei, das sie die Vielfalt der Bienenhaltung erahnen läßt.
Fräulein Imme hat nun den Raumton erweckt, läßt aufmunternde Klänge ausschwärmen.
Die läßt sie nicht krachend aus irgendeiner Heule dröhnen; bald füllen Klänge den ganzen Raum, heiter schwebenden Akkordes von überall nieder. Jedes Ohr vermeint mittenmang zu weilen.
Die Melodien wallen gedämpft daher, so, daß sie kein Gespräch stören. Sie fördern Wohlbehagen, den Vortrag fühlsam untermalend mit Panflöte, Akkordeon, singender Säge, Akustikgitarre, Zitter, Harfe, Streichern, stimigen Chören, Frühlings- und Sommerlieder tremolierend. Zwischendnein takten Bienengesumme, Vogelstimmen, Waldgesräusche.


"Nu", bemerkt Herr Stache, der durchs Fenster blickt, "dort kommt Imkermeisterin Frau Polle geradelt. Wir werden sie bitten, uns aus der Geschichte der Zeidlerei zu erzählen, die Frau Meistrin kennt diese besser denn ich Hobbyimker."
Frau Polle stutzt nen Augenblick als sie die Tür öffnet. Dann erkennt sie die Sachlage:
"Hallo! Immchen. Hallo! Kollege Stache,
auch hier", ruft sie mit wohlklingender sopraner Stimme; "Ich brauche ein Paket Mittelwände, Normalmaß, muß dringend etliche Völker erweitern."
Inzwischen haben die Besucher Gelegenheit, die Meistrin zu begutachten, auch Hobbyist Stache lauscht gespannt, was sich beim Profi tut.
Mittelgroße schlanke Gestalt, dunkles Haar unter weißem Hut, schreitet sie in Mokassins und langer schwarzer Samthose mit Gürtel daher, ihre Brust umfließt die batikgefärbte beblümte Seidenbluse, darüber trägt sie ne wachsfarbne, längsgerippte Strickjacke, die ihre Bienentaille andeutet.
An die Ohrläppchen hat sie zierliche Goldklips geschneppst, einem 5000 Jahre altem Goldschmuckstück von Kreta nachgebildet. Das stellt 2 Bienenköniginnen unter einer Krone dar, die mit ihren Hinterbeinen eine runde Wabe umfassen.
Imme nimmt den Auftrag entgegen:
"Ich werde die Mittelwände anfertigen und bereit legen. Würden sie inzwischen freundlicher Weise Herrn Stache bei den Besuchern unterstützen? Er scheint von den vielen Fragen schon ins Schwitzen zu kommen."
"Selbstverständlich, Immchen."
Leise raunt jemand zum Nachbarn: "Dufte Biene, die Meistrin."
Die Frau neben ihm gnatzt:
"Guck mich an, dann haste Duft genug!"
"Ruhe! Keinen Ehestreit hier."
"Kiek mal, Ella! De Strickjacke ha ik schon mal jesehn; die jefällt mir jenau: Die wird im Vaniseverfahren gestrickt. 3 verschiedne Garne, rechte nebst linke Maschen bewirken den dezenten Bikoloreffekt des Rippengestricks. So kommen die Rippen formender. Dann der Flachstickkragen, an den Hüften 2 aufgesetzte Taschen. Einfach schnieke! Findest du nich och?"
"Meistrin, du wirst sehnlich erwartet. Wir möchten uns von dir etwas zur Geschichte der Imkerei berichten lassen." "Aber gern! Kollege Stache hat mich sicher schon vorgestellt?"
"Ja! Wie die Kaiserin von 222 Königinnen mitsamt deren Völkern kommt sie daher."
Beifall der Umstehenden.
"Danke! Ich werde mich erkenntlich zeigen.
Daß unser lieber Kollege Stache, "sie nickt ihm freundlich zu", mit der genauesten Schilderung des Stechapparates ihnen Angst und Schrecken vorgespiegelt hat, befürchte ich. Doch wie sie sehen, wir leben noch frohgemut, Bienen nebst Imkerleute. Höflickeit samt gegenseitiger Rücksichtnahme machen es möglich. Politiker söllten zuerst Imker lernen, um daher Erfahrung für den Umgang mit Artgenossen mitzubringen.
Unsere Bienen als solche sind Urviecher geblieben. Mit Dressur wie bei Hund oder Pferd ist kein Honigtopf zu füllen. Frau kann sie mit 'Los, stecht ihn!' auf keinen Schürzenjäger hetzen. Imker hat sich schön nach den Gewohnheiten seiner lieben Tierchen zu richten, die von der Königin streng genetisch ererbt worden sind und an das ganze Volk weiter gereicht werden. Abgesehen von einigen züchterisch ausgelesenen Mutanten. So vollzieht sich ihre Daseinsweise rein instinktiv veranlagt, sagen wir gengesteuert.
Mit der Erkenntnis können wir rückwärts gewandt in die Zeitschleife der Geschichte biegen.
Ich möchte ihnen einen Überblick geben; werde den Schnellgang einlegen.
Wie weit entfernen wir uns? Villeicht 10000 Jahre, 100000 oder gar 1 Million?

Das Dasein der Menschheit begann mit dem Sammeln der Nahrung nebst dem Jagen. Es währte Millionen Jahre.

Unbekannt ist, wann genau die ersten Haus- & Hoftiere gehalten worden sind. Steigen wir in den Tidsled, dem Zeitschleifenschlitten und lassen uns vom Chronobol, dem Zeitbolzer zurückschleudern um 12000 Jahre vor heute.
Dieser Zeitraum:
Ein gewaltiger Umbau des Denkens und des Handelns. Eine Lebensweise schwand gänzlich dahin, die Jahrmillionen gewährt hatte.

Unsre beiden findigen Jungen dort sehe ich durch das Dickicht im Urwald streifen".
Die beiden standen etwas abseits, abwartend was die Bienentante papeln würde. Sie sehen sich plötzlich in die Mitte gerückt.
"Die Pirsch war damals für Knaben euren Alters üblich. Sie hatten unterwegs schon gelegentlich einen hohen hohlen Baum bemerkt, durch dessen einem Astloch stets Fliegen oder Käferchen summend ein- und ausstoben. Heute wollen sie sich vergewissern, denn nur mit Spürsinn ließ sich das Geheimnis erkunden. Im Klettern sind sie geübt, nur so konnte man an Vogeleier, Obst, Beeren, Nüsse, Blüten im hohen Geäst gelangen.
Kurz gesagt: Mit einem längeren Stock den sie vorsichtig durch das Flugloch schieben , finden sie heraus, das da drin was irre süßes steckt, von dem man garnicht lassen kann, wenn es die Zunge es erst einmal berührt hat. Man fühlt sich gleich gestärkt und ermuntert.
So denke ich mir das von pfiffigen Kerlen. Sie haben sich den Ort gemerkt, sind öfter hin, die Süße war viel zu verführerisch, als daß man die Stelle hätte vergessen können. Bonbon gabs damals nirgendwo.
So erfolgte der Umgang mit Bienen Jahrtausende hindurch; das hat der Lebensweise unsrer sammelden und jagenden Vorfahren entsprochen. Höhlenbilder erinnern daran.

Daß Bienen als erste zur Hoftierhaltung gehörten, meinen etliche Geschichtler. In der Zeit um 11000 Jahre in Vergangenheit beginnt dieses Ereignis der Haltung, Pflege und Zucht von Bienen. Wir können es nur vermuten, nach unsrem heutigen logischen Verständnis, wie es erfoglt sein möge; damalige Zufälle eingeschlossen, deren Auswirkung erkannt worden ist, und nach dem zweckmäßig folgerichtiges Handeln dann gelungen ist.

Ich denke mir, es sind bestimmt wieder 2 findige Kerle gewesen, die im Busch nebst der Heide rumstromerten , wobei sie das Wild gut beobachtet haben; wie sich das für künftige Jäger gehört. Ihre größte Leidenschaft war schon: Fallen aufstellen. Damit haben sie Hasen, Kaninchen, Füchse, Vögel und andere Kleintiere gefangen; die gegrillt worden sind.
Die Jungen kannten einen Baum mit nem Loch, aus dem sich gelegentlich Hamag, der süße Schmand, langen ließ. Der Baum ist uralt gewesen. Sturm hat ihn umgeworfen. Die Großen haben ihn zur Wohnhütte geschleppt. Nun wurde er zu Feuerholz zerhackt. Die Jungs kommen dazu. Als sie das sehen, sind sie empört. Dann regt sich heftiger Widerspruch. Sie haben sich etwas vorgenommen damit, das in ärgster Gefahr stand.
Ja, was?
Sie wollen eine Bienenfalle bauen.
Machen wir es nicht allzu Umständlich; lassen Einzelheiten beiseite.

Die beiden Fallensteller bekommen ihr Stammstück mit dem Loch. Das stellten sie in einem nahen Gebüsch auf, damit es nicht jeder sieht. Sie beobachten. Im Winter regte sich nichts, im Frühling nichts. Dann, zur Lindenblüte hörten sie um den Busch stürmisches Gebrause von vielen Bienen. Den nächsten Tag ist Ruhe. Erst langsam mit den Tagen ward es lebhafter am Flugloch. Nun versuchen sie, mit ihrem Stock Hamagseim zu erlangen. Doch die Bienen werden wütend, stechen heftig.
Anschließend hat ihnen der Medizinmann aus seinen Beobachtungen im Walde erklärt, daß es sich erst im Herbst lohnen würde, nach der Süßigkeit zu langen.

So geschehen. Unsere heutige Bienenhaltung beweist ja, daß sie mit ihrer Fallenstellerei echt Erfolg gehabt haben, sonst müßten wir erst jetzt damit anfangen. Nicht wahr Jungs!
So mag das ungefähr vor 11000 Jahren geschehen sein; dank dieser findigen Leute.

Besteigen wir unser Tidsled in Richtung des Heute sausend!

Entweder hatte sich der Erfolg der Jungen breit gequatscht, ist dann hurtig nachgeahmt worden, oder die Bienenhaltung ist anderswo noch mal erfunden worden. Genau wie das heute mitunter vorkommt, sehr zum Nachteil kluger Erfinder.
Wir möchten uns daher etwas im Zeitzickzack bewegen, wie Bienen, die fligen selten mal ebnen Weges. So wurden im Osten, Süden, Norden, Westen die eigenartigsten Bienengehäuse gezimmert. Jedes mußte jedoch den Anforderungen der Bienen an Wohnkonfort genügen, und das sind:
Ausreichend Raum für das Wabenwerk, warmer Kinderhort, den die Ammenbienen selbst heizend stets auf 35 oC halten, Dach überm Kopf gegen Niederschalg samt Wetterunbilden, Sicherheit gegen Feinde; Bienen können nicht beliebig jeden Honigräuber abwehren. Das feste Gehäuse mit schmalem, scharf bewachtem Flugloch ist wie eine sichere Burg mit schmaler Pforte. Bienen nehmens genau mit der Wohnung; gefällt ihnen die nicht, dann hauen sie ab oder das Volk bricht zusammen, besonders während dem Winter.

Honig mit nem Stock durchs Flugloch angeln war sehr umständlich, das würde heute genauso sein. Da kam man sicher nach Beobachtungen auf den Gedanken, einen Klotz auszuhöhlen, setzte obenauf ein Klappdach; das Ganze Stülper genannt. Zudem ließ sich der Honig von oben entnehmen, denn Bienen lagern diesen über dem Brutnest. So wurden weniger Waben sinnlos zerstört und kein Nachwuchs vernichtet. Daraus ist der Kübelstülpner entwickelt worden, der aus Brettern bestand einer kleinen Pyramide ähnelnd.
Die Klötze nahmen noch eine andere Entwicklungsrichtung: So hat es den liegenden Klotz gegeben, in dem mehrere Völker Platz gefunden haben; sowie liegende Stülpklötze, die schließlich mit nem Brett verschlossen werden konnten. Diese sind zum Bauernkasten geworden, der nur aus Brettern bestanden hat. Heute wird der verbessert gelegentlich als Trogbeute genutzt.

Was hat da überdies rumgestanden?
Wenden wir in der Zeitschleife!

Die Ägypter vor 5000 Jahren wußten auch was süß schmeckt.
Die haben aus tonigem Nilschlamm Röhren gefertigt, etwa 1 m lang, 30 cm Durchmesser. Die sind als Batterien übereinander gelegt worden, die auf Nilkähnen verfrachtet worden sind. Damit wurde gleich heutigen Wanderimkern den Nil auf und ab geschippert. Am Tiefgang des Kahnes stellten sie fest, wievil Honig die Bienen gesammelt haben. Einfach wunderbar.
Hätten wir denen das zugetraut?
Honig hatte seinen Preis: 1 Topf Honig kostete bei denen so viel wie 1 Rind oder 1 Esel. Honig hat als Götterspeise gegolten.
Die Assyrer sollen sehr geschickt mit Bienen umgegeangen sein; auch hätten sie geheime Laute gekannt, mit denen sie die Bienenschwärme beherrschen konnten. Ich kann es leider nicht.

Vor 3700 Jahren ließ der König der Hethiter in seinen Codex schreiben:
Wer 2 oder 3 Bienenstöcke stiehlt, muß zur Strafe 6 Schekel Silber zahlen; wer 1 Stock ohne Bienen stiehlt, 3 Schekel.

Die alten Griechen scheinen sich bei den Ägyptern was abgeguckt zu haben und von denen die Römer. Was Aristoteles nebst Virgil berichten, zeugt von einem beachtlichen Stand der Bienenzucht samt Haltung, die bereits in Wirtschaftsweise betrieben worden ist. So ist vermerkt: Der aus dem Blütenmeer an den Hängen des Ätna gewonnene, weltberühmte hybläische Honig war dem von Hymettos ebenbürdig. Man hat Qualitätsunterschiede gekannt. Bevorzug wurde Honig vom wilden Thymian.
So geschehen in konischen Röhren 1 m lang, einerseits 20 cm andrerseits 35 cm Durchmesser, die bis zu 26 Waben enthielten. Im Mai entnahm man 4/5 des Honigs, im Juli 9/10, im Oktober 2/3. Der Rest wurde als Wintervorrat belassen.
Jeder römische Bauernhof hatte ein Bienenhaus, Mellarium genannt.

Andernortes sind die Bienenbeuten den Wanderzelten nachgebildet worden; Astgabeln oder Triebquirle mit Flechtwand ummantelt, lehmverputzt.
Die Spanier betrieben ihre Imkerei in kleinen Steinpyramiden, ca. 1,70 m hoch. in denen sie Röhren gelassen haben, die mit Bienen bevölkert worden sind.

In den mitteleuropäischen Urwäldern hatte sich die 'Zeidlerei' genannte Waldbienenzucht herausgeschält, ahd.zidalweida, 'zidal' bedeutet wohl urstpünglich das 'Glänzende'. Zeidlerei war vor 1000 Jahren üblich. Vereinzelt hält sie bis heute vor. Zeidelwirtschaft wäre was für Klettermaxe und Baumhauserbauer.
So Jungs, wie könnte das gewesen sein?
Ich will euch nicht in Verlegenheit bringen; also bitte zugehört:

Früh beim allerersten Sonnenstrahl, im Morgentau, schmiß der Zeidler sein Werkzeug über die Schulter, ging in den Wald. Dort suchte er einen dicken hohen Baum, Fichte oder so. Den erstieg er, sägte ihm das Kronstück ab. Dann hangelte er etwas nieder, band sein Seil wie ne Schaukel an Ästen fest. Dort setzte er sich auf nem Brettstück drauf. Nun hat er sorgfältig mit dem Messer ein Stück Rinde abgeschält. Danach schwang er seine scharfe Zeidelaxt, daß die Späne wie beim Specht geflogen sind. So hat er oben in den Stamm eine Mulde gehackt, etwa 90 cm hoch, 42 cm tief, 35 cm breit. in die Gegenseite schnitt er das Flugloch. Ausgetrocknet verschloß er die Mulde mit nem Deckel aus der Rinde. Nachdem die Mulde mit Melisse parfümiert worden war; diesen Duft mögen Bienen gern; hat er einen Reiserkranz drumrum gewunden.
Nun wurde auf die Suchbienen gewartet, die den Schwarm heranführen, die freie Wohnung besetzend. Das konnte dauern, weil es nicht zu beeinflussen war. Der Zufall füllte den Ausschlag. Aber irgendwie muß es wohl geklappt haben, wenn solche Betriebsweise Jahrhunderte beibehalten worden ist. Der Honig wurde im Frühling bei erster Blüte entnommen.

Die Zeidlerei gab vielleicht mit den Anstoß zur Stockimkerei. Baum umgesägt, Stammstücke rausgetrennt, Mulde reingeaxt, auf ein Gestell gelegt oder hingestellt, und man ersparte sich die mühsame Kletterei.

Ich habe ihnen bisher vorwiegend von Bienenwohnungen berichtet. Die sind aber für Bienen zugleich Werkstatt. So ist, was bereits zu ahnen war, jede Beute, dies ist Fachbezeichnung, mit der ihr eigentümlichen Betreibsweise verbunden. Bienen sind Heimwerker.
Zu bedenken ist aus heutiger Sicht, daß jeder Beutentyp ein Versuch gewesen ist, Bienenzucht günstiger zu gestalten. Dennoch waren es Versuche mit dem Glücksfall. Es ist vorher nie abzusehen gewesen, was dabei rauskommt; noch dazu, daß einen stets mehr Fehler treffen können als man Volltreffer erzielt.

So stelle ich ihnen als letztes Gehäuse der alten Art den Bienenkorb vor; der bestimmt als Imkereisymbol allgemein bekannt sein dürfte.

Erinnern sie sich der Sage vom Eulenspiegel, der in einem leeren Korb schlafend gestohlen worden war und seine Possen mit den Dieben getrieben hat.
Von Künstlern gern als Motiv gewählt, weckt er beim Betrachten stets das wohlige Gefühl traulicher Geborgenheit. Harte Wirklichkeit kann anders sein.

Der Bienenkorb, fachlich Stohstülper geheißen, begann seinen Lebenslauf in der Bronzezeit. Armdicke Strohseile wurden einem Iglu ähnlich übereinander gewunden und mit Wurzelbänder fest verbunden. Ein Gemisch aus Lehm mit Kuhdung wurde als Verputz darüber gestrichen dem Ganzen Gebinde Festigkeit erteilend; desgleichen sind Korbgebinde aus Weidenruten benutzt worden.
Die ersten Bienenkörbe fertigte nach einer Sage der Gott Aristäus inventor mellis.
Dem Stülper ist der Boden offen. Oben werden innen bleistiftstarke Stöcke nebeneinander gesteckt. An die können Baubienen Waben ausgerichtet hängen, so wirren Wildbau vorbeugend. Die Honigentnahme ist mörderisch gewesen. Dazu mußte das Volk aus dem Stülper raus. Es wurde entweder in einen leeren getrommelt oder abgeschwefelt, das heißt:
Es ist gnadenlos vergast worden.

Ich empfehle jetzt eine kurze Pause. Sehen Sie sich in der Zwischenzeit im Honighaus noch mal die Einzelnen Geräte an. Die sind wesentlich während der letzten 150 Jahre erfunden und gebaut worden. Es sind die, die wir heute mit Erfolg benutzen. Es währt also jedes seine Zeit."

"Ich sehe, sie haben alle munter und frohgelaunt wieder her gefunden. Die stimmigen sphärischen Hausklänge, die Imme ertönen läßt, hat unsre Betawellen auf frische Fährten gesetzt und die Aufmerksamkeit in Regung gebracht.

Also, dieser brutale Umgang mit den fleißigen Immen, wie ich ihn zuvor an Hand der Strohstülper geschildert habe, mißfiel etlichen Imkern sehr. Auch mich würde solche gemeine Vergasung meiner lieben Tierchen anekeln.
Selbst unserem scharf beobachtendem Wilhelm Busch war solches ruchlose Tun zuwider. In seinem Bienencomic dichtet er:

'Kaum sind Kisten und Kasten voll,
Trägt uns der Schelm den Schwefel ins Haus
Und räuchert und bläßt uns das Leben aus.
-- Kurzum! er ist ein Schwerenöter! --
Ein Honigdieb und Bienentöter! --
Dīrum auf und folgt der Königin!!'
Was Tun?
Oder trauen wir dem Zufall?
Zwar gab es vor etwa 2500 Jahren schon mal Beobachtungsstöcke mit Fensterchen aus Horn oder Marienglas. Doch viel Erkenntnis gewann damals keiner dadurch. Man sah die Tierchen zwar vor dem Fenster rumkrabbel, viel mehr nahm jedoch niemand wahr.

Zurück mit unserem Tidsled in die Neuzeit, Erkenntnisse aufspürend:

Um 1665 treffen wir Jan Swammerdam. Der ist Arzt und Zoologe. Er verbesserte sein Mikroskop. Er hat damit die Weisel untersucht und in ihr den Eierstock entdeckt. Auch fand er heraus, daß aus jedem befruchteten Ei eine Königin erzogen werden kann.

Es währte 100 Jahre bis jemand Nutzen aus dieser Entdeckung zog; auf der Wissensgrundlage erfindet Schirach den Ableger. Mit dem ist es ab dato möglich, die Völker unabhängig vom Schwarmtrieb beliebig zu vermehren.

Um dieselbe Zeit berichtet Anton Janscha von der Paarung der Weisel mit Drohnen.

1768 bauten Eyrich, Riehm, Hampel nebst Zeis aus einzelnen Strohringen das doppelstöckige Magazin. Das Ergebnis haben die Tüftler veröffentlicht. Damit konnte mehr Einblick in die Arbeitsweise des Bienenvolkes gewonnen werden. Die Bienen mußten für die Entnahme des Honigs nicht mehr sterben. Sie wurden in dem aufgesetzten Teil belassen. Die heutige Bauausführung einer Magazinbeute haben sie dort stehen gesehn.

Bisher hatte sich keiner um die Bienenweide gekümmert. Bienen flogen hin wie her und lustig rundherum, bekrabbelten Blumen. Sie hatten vielleicht sichtlich Gefallen an den zarten bunten Blüten gleich den Menschen, die Stäuße und Kränze daraus winden. Weiß man es?
Die alten Griechen nebst den Römern waren der Ansicht, Honig falle als Tau vom Himmel so herab, Honigtau genannt. Die Bibel läßt Brot vom Himmel regnen, das klein und weiß wie Koriandersamen sei; gemeint war eigentlich kristallisierter Honigtau von Tamarisken.
1793 nun veröffentlichte Konrad Sprengel sein Buch "Das entdeckte Geheimnis vom Bau und der Befruchtung der Blumen" . Er hat nachgewiesen, daß Bienen in der Natur die Aufgabe haben, Blüten zu besteuben und daß enge Wechselwirkung zwischen der Bestäubung und dem Samenertrag besteht. Sprengel ist ausgelacht worden, sogar angefeindet. 50 Jahre später machte Darwin auf die Richtigkeit dieser, Sprengels Erkenntnis, aufmerksam.

Um 1795 hat Ludwig Christ als erster Blattläuse gründlich beobachtet, die süße Tröpfchen abgeben, den Honigtau. Er wurde verlacht. 200 Jahre währte ein erbitterter Meinungsstreit ob tierischer oder Pflanzlicher Herkunft des Honigtaus. Erst vor 50 Jahren begann die genaue Erforschung der Honigtauerzeuger.

Um 1820 erfindet Prokoppowitsch das Absperrgitter. Die höhere Honigabteilung kann damit für Drohnen samt Weisel gesperrt werden. Die bleiben ausschließlich in der Brutabteilung. Die Arbeitsbienen können den Honig unbehindert in die Honigabteilung schaffen; Waben mit dem Honig können entnommen werden, ohne das Brutnest zu stören.

1845 entdeckt Johannes Dzierzon, daß Drohnen aus unbefruchteten Eiern hervorgehen, also keinen Vater haben.

1845 konstruierten unabhängig voneinander 3 Imker, Prokoppowitsch, Dzierzon, Langstroh die bewegliche Wabe.

1853 baute Berlepsch aus Flachleisten Rähmchen, wie wir sie heute noch benutzen. Damit beginnt der Mobilbau; bisher war nur im Stabilbau geimkert worden. Der Imker kann nunmehr nach Ermessen wie Erfordernis die Waben im Stock umhängen oder auch anderen Völkern beigeben, die verstärkt werden sollen. Mit dieser Betriebsweise ist es einfach, Ableger zu bilden.

1858 erfindet Mehring die Mittelwand. Das ist, wie sie wohl gesehen haben, eine gegossenes und gepreßtes Wachsblatt in Rähmchengröße, dem das Zellenmuster aufgeprägt wurde. Die Baubienen richten sich danach. Sie fügen nur noch die Zellröhrchen dran, dann ist die Wabe fertig für die Benutzung. Wachs- samt Arbeitsersparnis sind das vorzügliche Ergebnis.

1865 trägt Georg Mendel dem Naturforschenden Verein in Brünn seine 'Versuche über Pflanzenhybriden' mitteilend vor. Seine Kreuzungsergebnisse sind 35 Jahre unbeachtet geblieben, obwohl er Kopien an führende Wissenschaftler gesandt hatte. Mendels Erkenntnisse werden heute 'Mendelsche Regeln' genannt und gehören zum Grundlagenwissen der Genetik.

1865 erfindet Hruschka die Honigschleuder. Ab dato ist es möglich, den Honig mittels Fliehkraft aus den Waben zu schleuden, der Wabenbau bleibt dabei nahezu unversehrt und kann dem Volke zurück gegeben werden. Eine nachhaltige Arbeitserleichterung für die Baubienen.

Um 1900 macht sich Wankler um die Weiselzucht verdient.

Um 1900 findet Freudenstein heraus, daß Bienen für ihren Winterfutterbedarf Zuckerlösung erhalten können. Es gab nun genug billigen Zucker aus Rüben. Die Bevölkerung war nicht mehr nur auf Honig zum Süßen angewiesen. Die Bienenhaltung konnte den Bedarf ja so wie so nie befriedigen.

In dieser Zeit gab Karl von Frisch seine Forschungsergebnisse vom Bienentanz bekannt. Das ist kein Mummenschanz der Bienen. Gewiss, Bienen tanzen, vielleicht auch freudig. Doch mit dem meist sinnlos lautem Gehopse, ziellosen Geschiebe, lässigen Gehample der Menschen hat dieser Schwänzeltanz wenig gemein. Bienen sind vernüftiger. Beim Tanz auf der Wabe teilen die Spurbienen wichtige Nachrichten mit. Man höre und staune: Die Spurbiene hat fliegend in der Landschaft eine Tracht, blühender, nektarsüßer Stauden entdeckt und die Kostprobe genommen. Das tut sie mit ihrem Schwänzeltanze kund, samt der Entfernung nebst der Flugrichtung. Dies ist das Startsignal für die Sammlerinnen zum Massenstart.

1926 gelang dem Amerikaner Watson die künstliche Besamung der Weisel behelfs Injektionsspritze. So konnten reinrassige Völker gezüchtet werden. Das verbesserte die gezielte Auslese der Leistungsfähigen.

"Imme" ruft sie," sei bitte so freundlich, verteile die Auflistung mit den Jahreszahlen an unsere Gäste! Du hast sie drucken wollen.

In Anbetracht der die Forschungsergebnisse markierenden Jahreszahlen, die das Wissen um das Bienenwesen bedeutend erweitert haben, fragen wir uns wohl: Warum während der letzten 400 Jahre diese Erkenntnisse gesammelt worden sind und nicht schon in den 8000 Jahren zuvor; Bienen sind doch in der ganzen Zeit dieselben geblieben?
Der Erfolg gezielter Forschung ist nicht das Ergebnis eines höheren Bedarfes an Bienenerzeugnissen. Mangel gabs bereits in früheren Zeiten. Besonders das Wachs für die vielfältigsten Zwecke verwendet, wo wir heute Chemiestoffe einsetzen, z.B. Stearin oder Paraffin für Kerzen; Honig als Süße war schon immer überfragt.

Man hätte bereits vor tausend Jahren den Mobilbau einführen können. Die Materialien die wir heute benutzen gab es damals zumeist. Die Trogbeute, heute der Klotzbeute von damals täuschend ähnlich, wird ja noch benutzt, in Mobilbau als Blätterstock.
Desgleichen hätte der Bienenflug zu den Trachtpflanzen genau so beobachtet werden können, dann wäre gleich die Besteubung aufgefallen. Das Innenleben des Volkes läßt sich ohne besondere Geräte erkunden, das Wachsen der Biene in der Brutwabe vom Ei bis zum Vollkerf. Allerdings gehören dazu bewegliche Waben. Sogar die Begattung der Weisel findet öffentlich statt; man muß nur hingucken wollen.

Es wäre wohl zu schön gewesen, wenn uns die Altvorderen alle Mühe samt Arbeit abgenommen hätten. Aber so lebt sich das Leben nun mal nicht. Es bedarf steter Anregung in seinem Werdegang und dazu Neugier, Erkundung. Wissenschaftlich gesprochen:
Leben ist ein komplexes dynamisches System, das sich unentwegt selbst regeneriert, selbst regulierend, steuerernd. Eine Komponente innerhalb dieser Wechselwirkung ist der menschliche Erkenntnisprozeß der sich als Gedanken in der Welt des Geistes niederschlägt.

Unsre fleißige Imme hat im besten Sinne aller fleißigen Mägte der Märchen ein Hexenhaus in das schöne Honighaus für viele Besucher nebst Kunden verwandelt.

Die Hexe hätte zu ihrer Zeit gut Waldbienenzucht betreiben können; Waldtracht war stets einträglich. So aber hat sie sich fieser Tricks befleißigt, statt Erkenntnisgründe zu suchen und die armen Kindern zu lehren; was wohl in ihrer geistigen Macht gelegen hätte. Die Hexe hätte die Kinder anlernen können, zu guten Imkern ausbilden. Imkerei galt damels eh als Geheimwissen oder gar halbe Hexerei.

Offenbar ist das keinem der sammelnden und schreibenden Märchenonkel in den Sinn geraten. Hexen hatten eben stinkböse zu sein und mußten lebendigen Leibes verbrannt werden; sogar Kinder wurden dazu aufgefordert.

Anders sah das Theodor Storm. Der ließ Menschen mit an den Zauberkräften walten. Man lese es in seinem schönen, erfrischenden Märchen 'Die Regentrude' nach.
Es ist immer die Frage:

Gewußt wie?

Also mit dem treffenden Zauberspruch als Wortschlüssel den Zugang durch die Pforte ins Verborgene auf der Zunge habend.

Die Dinge nebst Gerätschaften die Imme hier zur Ansicht und zum Verkauf bereit hält, sind in den letzten 150 Jahren entworfen und danach gebaut worden. Erst in dieser kurzen Zeit kam das Wissen um das Bienenvolk zu echter Blüte.
Das Bienenwesen ist im Erkenntnisgang verhältnismäßig spät erschlossen worden. Es liegt nicht am niedrigen Intelligenzquotienten der Imker, sondern wohl mehr daran, wie gering der Bien gesellschaftlich gefördert wurde; nämlich so gut wie nie. Bienenhaltung war und ist ein Nebenerwerbszweig, eigentlich mehr Liebhaberei. Wer von den Außenstehenden mag solch stachliges Weibervolk schon mögen oder gar lieben?
Dann ist der Honig bloß die halbe Miete. Die Bestäubungsleistung wird meist verkannt. Noch nie ist mein Nachbar zu mir gekommen, meine Bienen lobend:
'Die haben sehr gut bestäubt! Hier haste nen Sack Äppel für.'
Eher knurrt er:
'Sei zufrieden. Deine flotten Immen haben den Honig bloß zusammen geklaut.'
Dann hegt Mensch ekligen Widerwillen gegen Insekten, sie erbarmungslos tötend. Teils stichhaltig, doch keinesfalls nur. Sogar Imkerinnen müssen ihren innersten Wehrschreck erst bewußt beherrschen lernen, bevor sie ihre schönen Hände von Bienen bekrabbeln lassen; nebenbei gesagt: Die haben rauhe Beinchen
So blieb die Forschung schrulligen Einzelgängern vorbehalten, die mit solchem giftigen Weiberstaat liebäugelten. Wesen mit Außenskelett aus der Klasse der Insekten, gleichwohl Lebewesen, sind denen aus der Klasse der Säuger, warmblütig mit Innenskelett, sehr fremd. Ich habe bereits unterschiede genannt. Es gibt hier keine liebreizende Gefühlsebene wie mit dem niedlichen kleinen Kätzchen oder den plauschigen Osterküken.

Gestatten sie noch wenige Beispiele:

Für Menschen ist gefühltes Leben der Biene aus der Empfindung, der Betrachtung kaum möglich.
Die Biene hat 6 Beine. Kann Mensch nachempfinden, nachfühlen wie es sich mit 6 Beinen läuft?
Zirkusclowns versuchen es gelegentlich zum Gaudium der Zuschauer.
Oder beachten wir die leibliche Größenordnung:
Die Biene ist etwa 1,5 cm lang, ein Mensch 170 cm.
Das ergibt ein Verhältnis Biene : Mensch = 1 : 113
Nun rechnen wir um:
Die Beute ist innen 40 cm breit; 50 cm lang; 29 cm hoch. Um menschliche Größen zu erreichen müssen diese Zahlen 113 mal genommen werden.
Wir errechnen uns damit eine Wohnwerkhalle von ungefähr

56m Länge; 45 m Breite; 32 m Höhe
Das würde ein gewaltiger Dom sein, in dem wir herumkrabbeln müßten.
Die Waben = Regalen sind in derselben Größenordnung, Riesige Zellwände; nahezu in Größe samt Länge gleich der Halle.
Menschlich gesehen sind die Zellen
75 cm weit, 170 cm lang, sechseckig beidseitig des Regales angeordnet.
Davon gibt es in der Regel 8 Waben, während der Tracht bis an die 20 in doppelter Stockhöhe.
Nun turnen Sie da mal zwischenrum. Die Aufhängung der Zellwände entspäche einen
Holzbalken 2,9 m breite und 90 cm höhe.
Immchen kann bis 5 km weit fliegen. Rechnen wir mit 4 km; hin und zurück 8 km.
Immchen ins Verhältnis gesetzt ergibt das 908 km Flugstrecke. Das fliegen sie mal in 25 Minuten und sammeln nebenbei noch Nektar.
Nu, was sagt man dazu?"
Die Besucher blicken sich schmunzelnd zu Fäulein  I m m e  um, sie abschätzend.

"All diese Wesensmerkmale bedingen, daß sie erkannt und gedanklich durchdrungen, ja verarbeitet sein wollen, um gemeinsam mit diesen Tierchen erfolgreich wirken zu können.

Ziehen wir daraus Schlüsse:

Ich hatte anfangs erwähnt, daß nach der Eiszeit vor etwa 12000 Jahren ein scharfer umbruch in der Art und Weise des Denkens begonnen hat. Bis dahin lebte man schon viele Jahrzehntausende vom Sammeln und von der Jagd dessen, was die Natur so geboten hat; unsre Vorfahren lebten von der Hand in den Mund. Sie bedienten sich im Naturangebot; vergleichbar einer kostenlosen Kaufhalle heute.
Mit reinem Naturangebot ist die Menschheit in etwa 3,8 Milliarden Jahren, vom ersten Lebenskeim an, groß geworden.

Wenn wir in Zeiträumen denken, von deren Anfang wir nur schemenliche Vorstellungen haben, also keine tatsächlichen Ereignisse punktgenau kennen, dann skizzieren wir ein Frambild.
So geschehe!
Es kam dann der Tag vor ungefähr 12 000 oder 10 000 Jahren, da haben unsre Ahnen, des reinen Naturangebotes überdrüssig, murrend im Nebel, tränenden Auges um ihr schmokendes Lagerfeuer gehockt. Mag heute Grillern auch so treffen; aber die besitzen noch einen vollen Kühlschrank im Hinterhalt ihrer Wohnhöhle. Bei ihrer Beratung haben die Wildbeuter entschieden auf Abhilfe gesonnen; begannen schließlich Hacke und Spaten greifend rüstig mit der Kultur nährender Pflanzen samt der Zähmung wilder Tiere.
Also haben sie ihre bisherige Lebensweise grundlegend geändert, statt Sammeln der Knollen und Früchte nebst der Jagd betrieben sie nunmehr den Feldbau mitsamt der Viehzucht.

Das hatte nicht nur den Umbruch der natürlichen Wildnis zur Folge, sondern bedeutete auch den tiefgreifenden Umbruch der deichselnden Gedankenmenge gleichwohl deren Bereicherung mit vielen neuen Wörtern samt Begriffen, denn es ermangelte ihnen jeglicher Gebrausanweisung. Diese mußten sie erst schwierig ausklamüsern, um erfolgreich Handeln zu können.
Dies Ereignis dauert, genau betrachtet, heute noch rüstig an.
Das betrifft den Imker gleichermaßen wie den Pflanzenbauer.

Die Zeitspanne von etwa 12 000 Jahren von damals bis zum heutigen Stand der Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit den Bienenvölkern zeigt uns sehr wohl, daß auch das Ergründen des Wesens der Dinge echt seine Zeit erfordert. Kaum allein die Verzwicktheit des Gegenstandes der Forschung läßt die Einsicht in dessen Wesen dauern; auch das Gedächtnis, der Kopf muß den Umständen folgend innerlich wachsen. Die Gemengelage des Denkens, die Fertigkeit des Hirnes, eine klügere Denkweise zu meistern ist gefragt bei solchem Vorgehen.

Wenn wenigstens das Hirn bei jedem neuen förderlichen Gedanken einen Pfiff von sich geben würde. Tut es nicht. Wir sehen die Wirkung des Gedankens erst, wenn er durch die Hände zur Tat geronnen ist. Dies kann in der Imkerei leicht Jahre dauern.
In der Technik wirken sich wandelnde Gedanken schneller aus.
Imker sind viel zu sehr mit der blühenden Welt verbunden, als daß sie sich von technisch düsenden Gelüsten verleiten lassen.


Die 3,8 Milliarden Jahre, vom Anbeginn des Lebens, während der Mensch nebst der Biene gediehen, sind voller Wandlungen oder Mutationen, wenn sie so wollen. Das war jedoch kein Entwicklungs ICE der im dichten Nebel durch Bahnhöfe rast und alles niederwalzt was seinen Weg Kreuzt, so wildes Chaos hinterlassend.
Mit Mensch nebst Biene dauerte es. Im Wesentlichen ist die Imkerei während der letzten 10 000 Jahre dem natürlichen Werdegang verhaftet geblieben.
Die von der Züchtung betroffenen Geschöpfe stimmten ihre Eigenheiten immer günstig, gediegen ab, bestrebt, sich gegenseitig nicht zu schaden.

Kürzlich habe ich eine Nachricht gelesen, vom Anbau gentechnisch veränderten Rapses. Die Regierung hat dazu eine Verordnung erlassen; jedoch die Imker außen vor gelassen. Die Bürohenste kennen keine besteubenden Bienen; Rosse leben von gefressenen Blumen.
Wie wirken sich solche Kunstgriffe langfristig aus?
Sendepause!

Ich möchte wissen, was Regierung samt Landwirtschaft sagen würden wenn wir Bienen groß wie Heuschrecken züchten täten, die, statt den Nektar aus Blüten zu saugen, diese ratzekahl abfräßen? Stellen sie sich das Geschrei mal vor!

Dem ursprünglich natürlich geprägten Werdegang ist die Imkerei sehr treu geblieben. Imkerei kann nur als Bestandteil einer blühenden Umwelt begriffen werden, die viel Natürlichkeit bewahrt hat.

In jeder Veränderung lauert stets die Frage:
Gewußt wie! Jawohl: Hast du mit dem Zauberspruch, den passenden Wortschlüssel für die Pforte in das Verborgne auf der Zunge?
Bist du auf gutem Pfade?

Was hat denn die Technik geschafft?
Waren es die Imkerinnen, die dieses Klimawandelgeschrei herausgefordert haben?
Nun wird krampfhaft versucht, dem Mißstand beizubekommen, nachdem jede vorausschauende Sorgfalt stäflich unterlassen worden ist.
Denn immer sollte bei erstem Gebrauch des geistigen Entwurfes das bange Gefühl der Unsicherheit mitschwingen, etwas unheilbar beschädigen zu können, was den Fortbestand des Lebens gefährdet.


Besteigen wir wieder den Tidsled, lassen uns ferne 3,8 Milliarden Jahre zurück schleudern. Da gab es auf Erden einen Ort, an dem sich die ersten Lebenskeime regten. Das Lebtum mußte von Anfang an notwendige Erfordernisse erfüllen, wenn es fürderhin bestehen wollte, jedoch nie als zufällige Vergänglichkeit im Weltraum verpuffen.
Dazu gehörten:
Der Stoffwechsel, die Vererbung leiblicher Eigenheiten, die stete Wiedergeburt sowie Erneuerung und der Selbstschutz seines Daseins. Das irdene Erztum war dafür nicht befähigt; wenngleich es Baustoffe samt Triebkräfte hergibt.
So begannen die Leblinge ihren eignenständigen Lauf in das von ihnen selbst zu schaffende und zu hütende Reich des Lebens.

Während der riesigen Zeitsspanne, die wir durcheilen, ereigneten sich Wandlungen, Mutationen, zuhauf. Sie wissen, was die Archäologen schon alles aus der Erde gekratzt haben. Dutzende Museen schmücken sich damit.
Die Wandlungen sind nicht allein von der erzenen Erde, dem Erztum veranlaßt worden; sondern entsprangen selbst dem Lebtum. Es hat sich eigens aus sich heraus mit gewandelt, es ist gewachsen.

Das Leben an sich, ohne Arten, gibt es nirgendwo, ist natürlich unmöglich.
Für die Natur ist Versorgung des Lebens notwendig, gleichwohl die vielfältigsten Arten zu erhalten. Diesen Begriff der 'Notwendigkeit' in die Welt des menschlichen Bewußtseins übertragen, der bedeutet dort genau 'Verantwortung'.
Die widerum erfordert treffliches Wissen.
Doch fehlt diese Weisheit, muß ich sie mir beschaffen; sonst tappe ich stockblind im Dustern unheilschwanger umher. Ich habe mich mit meiner Ackerbauerei, Tierzucht und sonstwas in die notwendigen Belange der Natur willkürlich eingemengt; dafür trage ich voll die Verantwortung.

Von jenem Verantwortungsbewußtsein hat sich in der Imkerei sehr viel erhalten, dieweil sie ihren Geist an der Natur geschärft hat und schärft, sie gedanklich durchdrigt in Anbetracht der Blütenpracht, der sie mit ihren Bienen eng verbandelt ist; und Imkers Erfahrung stammt aus dieser. Wir hexen nicht auf Teufel komm raus exotische Viehcher.

Immerhin greift Mensch mit seinem Handeln in die Lebensumstände anderer Wesen ein, die er fördern kann oder schädigen.
Und wenn Mensch sich mit seinen willkürlichen Taten nicht in die Ordnung der Natur samt ihres Zeittaktes geschickt einfädelt, dann hagelt es Schäden im Übermaß.
Man höre das heutige Geschrei um den Klimawandel.
Niemand muß darauf bestehen, daß garnichts gezüchtet wird; die Natur hat es uns millionenmal vorgemacht. Aber die selbst übernommene Verantwortung gebietet zu prüfen, was schadlos machbar ist, oder wenn doch, wie etwaigen Folgeschäden tunlichst vorgebeugt werden kann.

Schmeißen wir uns letztmals wendig in den Tidsled, kehren 12000 Jahre zurück.
Wie schon erwähnt, hätte mit dem 1. Grabscheid und absichtlich gesäten Korn auch die 'Verantwortung für die Tat' als Begriff im Hirn keimen sollen. Das geschah jedoch nicht. Mensch wirtschaftete drauflos. Erst im 20. Jahrhundert hat sich Verantwortung im Umweltbewußtsein eingenistet. Also hat es reichlich 12000 Jahre gewährt, bis die geistige Fähigkeit genügend geschärft war, die Notwendigkeit in der Natur als Verantwortung für menschliches Tun oder Lassen zu bestimmen. Man sölle trotz allem, 12 000 Jahre nicht als Richtzahl für jedes festlegen. Mensch kann nicht nur ackern und säen, sondern auch seinen Geist übend schärfen.

Fragen sie bitte!"
Hinten meldet sich jemand:
"Ja, sagen sie mal, Frau Meistrin, gehört denn solch eigenartiges Wissen im Erkenntniswesen zu den fachlichen Qualitäten der Imkerei?"
"Wenn sie mich so genau fragen, antworte ich:
Eindeutig Nein!
Aber es würde wohl alle zieren, Kenntnis davon zu haben.

Was mich betrifft? Sie hörten ja, Kollege Stache hat mich huldig als Bienenkaiserin erkiest. Sie wissen ja aus den Märchen, daß jede dieser durchlauchten Damen ihre liebe Schrulle unter der Locke hatte:
Die eine spielte gern mit nem goldnen Ball am Brunnen, bis sie sich den Froschkönig erspielt hatte; ich habe keinen goldnen Ball;
die andere hat für ihren raffgierigen König leeres Stroh zu Gold gesponnen, nur um der Ehescheidung zu entrinnen; ich kann nicht spinnen;
die nächste ließ sich, im hohen Turm verbannt, einen langen Zopf wachsen, mit dem sie den mutigen Prinzen angelte, der den Zauberbann forsch durchbrochen hatte; mir fehlt der elfenbeinerne Turm, auf den ich steigen könnte;
so der Märchenkrimi mit der spiegelschönen Prinzessin, die den 7 Zwergen den Haushalt besorgt hat und dann nach niederträchtigem Mordversuch im Glassarg scheintot mühsam über den 7. Berg geschleppt worden war, genau dorthin, wo der als Kriminaler vermummte Prinz die Stolperwurzel legen ließ; ich habe keine Stiefmutter.
Da war jede in ihrer Weise schrullig. Auch mich hat das Schicksal nicht verschont. Ich ergehe mich im Erkenntniswesen, in der Erkenntnislehre. Daran erbaue ich mich in meiner Freizeit, wenn ich bei Bienengesummse unter blühenden Bäumen wandle.
Versuchen sie es auch!
Sie werden mir den kleinen Ausrutscher verzeihen, den ich ihnen zugemutet habe.
B i t t e  !

Liebe Besucher, liebe Besucherinnen!
Als aufmerksame Zuhörerschaft danke ich ihnen, ihnen, die sie mir Gelegenheit gaben, Gedanken zu unserem Berufsstand "Imkerei" wörtlich darzulegen.
Ich entlasse sie wieder in die Obhut unsres bewährten Kollegen Stache.
Ich wünsche ihnen noch Freude in ihre weiteren Wanderung, mögen sie Unbekanntes erspähen, das sie anregt. Lassen sie sicht nicht vom Elch küssen, der trägt stolz ein starkes Schaufelgeweih.
Auf Wiedersehen in Zukunft!
Tschüs; auch Leben sie wohl!"

Sie wendet sich kurz und entfleucht; Beifall folgt ihr bis an die Tür.
Sie winkt dankend zurück. Die Tür schließend klickt das Schloß.

Kollege Stache war wohl etwas in Gedanken versunken; ob des draden Abganges der Meisterin nun verlegen auf die Uhr schielend. Sich besinnend holte er tief Luft. Dann meint er:
" Unsre Kaiserin hat heute bestimmt noch was vor; da macht sie immer kurz Schluß, wenn sie gesagt hat, was sie wollte. Wir haben ihnen aber schon Geduld abverlangt. Vielleicht möchten sie noch einen Wanderweg erkunden.

Und treffen Sie eine Biene, güßen sie, ihr guten Flug wünschend.
Die fleißige verrichtet wichtige Arbeit. Menschen wie Tiere finden sich entgegen laufend zu einander, paren sich. Diesen edlen Liebesdienst vermitteln die Immen zwischen den fest verwurzelten Blumen, Kräutern, Bäumen, dafür danken die mit Nektar in ihren Blütenkelchen, statt mit tiefsinnigen Küssen.
Reichhaltige Kauftempel lassen uns Käufer die Wirklichkeit schnell verblassen.
Blieben liebebedürftige Pflanzen 1 Jahr lang ohne Bestäubung, weil die Bienen streiken, dann würden etliche Regale in den Kaufhallen leer gähnen; auch manch einer mit knurrendem Magen schlafen gehen müssen.
Ein tausende Jahre währendes Liebesabenteuer würde jäh zerrissen. Die Blüten der Kräuter würden, Liebe ersehnend, traurig verharren nach den emsigen Bienen; ihre Samenanlagen ohne Pollenkörner täten elend verdorren. Kein Samen würde mehr reifen und gesät werden; kein Nachwuchs mehr keimen.
Die Erde, unsre bunte Heide würde zu Staub zerfallen, veröden; niemals mehr beträte eines freudig singenden Wandrers Fuß ihre anmutige Flur"

Fräulein Imme begleitet bis zur Tür. Sie verabschiedet die Besucher:
"Es hat mich sehr gefreut, sie als aufmerksame Besucher in meinem Honighaus zu bedienen.
Ich wünsche ihnen, daß sie guten Fußes ihre Wanderung beenden. Möge ihnen das Erlebnis lange in Erinnerung haften.
Besuchen sie uns nächstes Jahr wieder. Dann gewähren wir ihnen weitere Einsichten in das umtriebige Bienenleben.


 
Auch werden auf nebst an einer hergerichteten Laube den Märchenkindern zur Freude etliche Honigkuchenziegel und Herzen lockend prangen.
Das verspreche ich."
Der kleine Prinz aus dem Hintergrnd:
"Au fein! Und Brezeln; dann bin ich wieder hier."
"Dann gib mir bitte rechtzeitig ein Zeichen, daß du kommst; damit alles klappt.
Gute Reise aller Wege!
Auf ein frohes Wiedersehen!"


Plötzlich steht die Schar im Halbrund. Jemand hebt dirigierend die Hand, gibt den Grundton. Sie singen und summen in melodisch temperiertem Kanon:
" Summ, summ, summ; Bienchen summ herum. "
Verwundert reiben sich die hinzu tretenden Kunden ihre Augen. Herrn Stache bleibt vor Staunen der Mund offen. Imme hatte hinten auf den Merkzettel heimlich das stachesche Gedicht gedruckt, ohne im geringsten zu wähnen, wem sie das in die Hände spielt.

Fräulein Imme, Herr Stache nebst den Kunden klatschen begeistert Beifall.

Anschließend schlendert der Chor das Lied: 'Das Blümlein auf der Heide'
" So viel der Mai auch Blümlein beut... "
singend und winkend der blühenden Heide entgegen.


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A n m e r k u n g e n


Das Blümlein auf der Heide

1. So viel der Mai auch Blümlein beut
zu Trost und Augenweide,
ich weiß nur eins, das mich erfreut,
ich weiß nur eins, das mich erfreut,
das Blümlein auf der Heide,
auf der Heide.
 
2. Ich seh vergrünen und verblühn
die Welt im Frühlingskleide,
du aber bleibst mein Immergrün,
du Blümlein auf der Heide!
 
3. Kein Winter kann, o Blümelein,
dir je was tun zu Leide -
ich schloß dich in mein Herz hinein,
du Blümlein auf der Heide!
                                      Hoffmann von Fallersleben

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Was spricht der gute    Hermann Hesse :

"Wer das Denken zur Hauptsache macht,
der kann es darin zwar weit bringen,
aber er hat doch eben den Boden mit dem Wasser vertauscht,
und einmal wird er ersaufen."


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Es ist immer wieder eine Eierei ob Natur oder Kultur.
Ich möchte meine Sicht darlegen:
Wir brauchen die Abgrenzung der Begriffe, um sorgfältig in Zeiträumen denken zu können!
Das Lebtum hat eine eigenständige Daseinsweise entwickelt. Es muß selbst für sein Wesen sorgen. In dem Augenblick, in dem es den inneren Trieb, den Stoffwechsel am Laufen zu erhalten, aufgibt, verschwindet es leblos im Kreislauf des Erztums.
Außerdem ist das Lebtum ein kosmischer Zwitter; es bnutzt die Photonen der Sonne für seinen Antrieb, ohne die es sterben würde. Es hat sich seine eigentümliche Welt auf Erden,
hat die Lebwelt aus sich heraus erschaffen, und eingerichtet.

Um den Begriff 'Natur' anschaulich werden zu lasen und ihn von 'Kultur' deutlich abzugrenzen, blicken wir so 10tausend bis 12tausend Jahre zurück, in die Zeit, kurz bevor Mensch begann Ackerbau nebst Viezeucht zu betreiben.
Die Umwelt in der die Leute damals lebten, die erkennen wir in unseren Breiten als Natur; es ist Landschaft, die der moderne, mit Bomben zerstörende Kulturmensch, als Wildnis betrachtet.
Nun ?
Kultur ist das, was die kultuvierenden Landwirte in der Natur getan haben:
Brachland pflügen, Körner säen, Saaten pflegen, Trachten ernten und so weiter mit jedem Jahr. Immer mehr ist umgepflügt worden, immer mehr geerntet, immer Mehr Menschen damit ernährt, immer mehr Kultur verbreitet.

Der Begriff 'Kultur' wurde eifrig in andere Lebensbereiche übertragen. Wir sind heute von vielen Kulturen umzingelt. Seien etliche genannt:

Landeskultur; Forstkultur; Geisteskultur; Kulturlandschaft; Kulturkreis; Kulturhaus; Kultstätte; Kulturminister; kulturell; Streitkultur; Kulturraum; Kulturlosigkeit; Kulturbarbarei; Kulturbanause; Kulturstrick; Nationalkultur; Wohnkultur; Tanzkultur; Gesangskultur; Wendekultur; verwilderte Kultur
und noch viel, viel mehr Kultur.

Wo ist da Natur übrig geblieben ? ?

         M e l d e  dich, N A T U R  ! ! !

# # # # # # # # #

Scharfe Stimme aus der Leserschar: 'Roland Schnack 'Spetrum der Wissenschaft' 1/08 S.8 :

...Bei Lichte betrachtet ist unsere Spezies, bei aller Bewunderung für unsere Verstandesleistung, eine blutrünstige und barbarische Art, die, überspitzt formuliert, sämtliches Leben auf der Erde entweder in Nutztiere, Nutzpflanzen oder in Schädlinge beziehungsweise Unkraut einteilt und entsprechend behandelt. Die innerhalb der eigenen Spezies unterdrückt, ausbeutet, mordet, foltert, sodass man sich schämen muß, dieser Art anzugehören...

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Marcel Proust meint :

"Klar nennen wir die Gedanken,
die den gleichen Grad der Konfusion haben
wie unsere eigenen."

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Galileo Galilei hat erkannt :

"Zwei Wahrheiten können sich
nie widersprechen."
 
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Ich nenne den 3. & 4. Hymnus des 129 Liedes aus dem 10. Liederkreis
der  RIG - VEDA ,  dem Urquell indo-arischen Wissens :
 
3. Im Anfang war Finsternis in Finsternis versteckt;
all dieses war unkenntliche Flut.
Das Lebenskräftige, das von der Leere eingeschlossen war:
das Eine wurde durch die Macht seines heißen Dranges geboren.
 
4. Über dieses kam am Anfang das Liebesverlangen,
was des Denkens erster Same war. ---
Im Herzen forschend machten die Weisen durch Nachdenken
das Band des Seins im Nichtsein ausfindig.
 


 
Bi1: 2 Kreuze   In die Bilderei !   Zum Pegasus   In den Hauptpfad    
© 2004 » 2008 Martin Grabo, WindiMühl