Uns klingt aus alten Mären die Sage vom listigen Faust herüber. In hiesiger Gegend gilt sie einer regen Verkehrstraße. Deswegen ist sie wohl erhalten geblieben. Ich habe in die Weise der Sage hinein gehört.
Was ich erlauschte, verbinde ich mit heutigen Ereignissen.

Lesen Sie bitte !

Rasender Tod auf der B2

F AU S T   L E G E N D E

Hochwasserfolgen

Es hält sich eine Legende in hiesiger Gegend, die Faust wider den Teufel als handelnde Kräfte nennt.
Die B2, lange Verkehrader von Nord nach Süd quer durch Deutschland, hat zwischen Pratau und Kemberg ihre Sage. Die spricht von Ereignissen von vor 450 Jahren, als diese Straße, quer durch die Elbaue führend, mit dem amtpoetischen Namen "B2" noch nicht beschildert war.
Diese Gegend, das ist die Elbaue zwischen der Dübener Heide und dem Fläming, wurde früher vom Hochwasser der Elbe häufiger überschwemmt; blank gespült. Der Deichbau oblag den Bauern, und deren Kräfte, reichten nicht, um so hohe und feste Dämme gegen die Fluten aufzuschütten, wie sie mit industrieller Technik heutzutage errichtet. Damals konnten während des Hochwassers die Schmelz- und Regenwässer samt unter dem Damm durchdrückenden Qalmwassers aus der Aue nicht abfließen. Aue bedeutet Insellandschaft. Heute sorgen Pump- und Schöpfwerke für flotten Abfluß. Das Wasser blieb früher zu Weilen bis Mai in den Niederungen rumstehen.
Das Wertvolle der Aue ist ihr fruchtbarer Lehmboden. Bei Trockenheit wird der steinhart, doch durchnäßt ist kein Durchkommen. Er erweicht grundlos, klebt an den Rädern wie Kleister, die Fahrzeuge versinken bis über die Achsen, bleiben stecken, bis das Gelände abgetrocknet ist.
Zweifellos entsprang die Sage damals innigem Wunsche der Fahrensleute und Reisenden. Die Straße war ein mistiges Stück.
Mehrmals des Jahres gemischt, verwandelten Regengüsse, Hochwasser der Elbe, Bäche, vollgestaute Gräben die Landschaft in unwegsamen Morast. Die schweren Fuhrwerke der Kaufleute blieben stecken. Knüppeldämme wurden gelegt. Schreiend fluchend, peitschend trieben Pferdeknechte die Zugtiere an. Sie deichselten der Herren Wagen möglichst über die höchsten Flecken, die Auen.

Verkehr auf der B 2

Seit uralten Zeiten führt die heutige B2 durch die Elbaue. Auf ihr zogen die Kaufleute aus Leipzig nach Berlin und weiter; auf ihr wanderten die Wittenberger Studenten dem Luther entgegen, nachdem er den Disput mit Dr. Eck in Leipzig erfolgreich beendet hatte. Michael Kohlhas suchte hier sein Recht gegenüber räuberischen Adligen. Krieg und Pest zogen auf ihr mit; Jahrhunderte Hauptader des Verkehrs bis heute.

Zwischen Faust und dem Teufel ging es um 1 einzige Seele nach einer Wette.
Wahrscheinlich saß Faust in der Pratauer Kneipe "Zum Freischütz", einer Absteige für Fuhrleute, deren Gemäuer heute noch steht. Während des pratschen Deichbruches 2002 war sie völlig abgesoffen .

f Mephisto erscheint f

Draußen ertönte lautes Hallo!

'Wohin des Weges, woher Gevatter Leichtfuß?'

Ein Planwagen war herangerollt, dessen Pferde schienen zu schweben. Einer der rumstehenden Fuhrknechte fragte den Fuhrmann:

' Hej! Was für Hufeisen haben denn deine Rappen? Laß mal schauen!'

'Zeigt eure Hüflein!'rief der Fuhrmann.

'Donnerlütchen, die sprühen woll Funken', staunten die Umstehenden, 'kein Wunder, daß er damit durch jeden Schlamm und Morast kommt! Wer schmiedet denn sowas?'

'Die sind nicht aus dieser Welt zu haben. Wir können morgen einen Vertrag schließen. Dann mögen sie dein sein. Heute muß ich einem sehr wichtigen Geschäft nachgehen,' antwortete der Fuhrmann mit dem spitzen Hut und der wippenden Hahnenfeder, 'Ich versäume niemals einen Auftrag; Auf mich ist Verlaß '.

Er ging in die Gaststätte, trat an Faustens Tisch: 'Zum Gruß Magister. Bin erfreut, euch zu rechter Zeit anzutreffen.'

'Ich bin nicht des feigen Gesindels, dem es an gehörigem Mut mangelt. Hab dich erwartet, wie du siehst, mein treuer Mephisto.'

'Gereicht mir zur Ehre'.

Würfelspiel

Mephisto hat 1 schillernden Würfelbecher aus der Jackentasche gezogen:

'Spielen wir?' 'Mir ist es recht.'

Nach dem Faust mehrmals verloren hatte und die Umstehenden lachend zu witzeln begannen, meinte Mephisto:

'Du hast noch einen Wunsch frei.'

Faust: 'Ich verwette meine Seele nur einmal und dann nicht für gezinkte Würfeln. Die Schmach mag ich ertragen. Der Wunsch bleibt offen bis Mitternacht. Dann fällt der Wette Los.'

Mephisto verzog das Gesicht zur Grimasse. Sein einstiger Kumpan nun Widersacher, der an Gold und Reichtum keinen Gefallen mehr findet. Es könnte schwierig werden, noch dazu ihm die Gabe verwehrt ist, der Menschen Gedanken zu lesen; und Vertag ist Vertrag, ehrlich auf Handschlag samt DNA(Blut) Unterschrift. Handschlag in freier Marktwirtschaft nicht mehr, nur das Kleingedruckte. Mephisto ist rausgetrottet, hat sich knurrend in die Schoßkelle geschwungen, mit seinem Gespann davonfeuernd, daß den gimpelhaften Pferdeknechten der Mund offen stehen blieb.

Wette: Straße gegen Seele

Dem Magister Faust, der durch das Fenster geblickt hatte, kam der erhellende Gedanke. Punkt Mitternacht trat er vor die Tür, sagte dem harrenden Teufel:

'Mir steht ja ein beliebiger Wunsch zur Wette frei. Ich erwarte von dir, daß du bis zum ersten Morgenstrahl die Straße von Pratau bis Kemberg mit einem festen Pflaster belegst, so daß jeder Fuhrmann darüber hinwegrollen kann, wie du mit deinen Rappen durch die Lüfte braust. Beim ersten Sonnenstrahl muß die Straße fertig sein.
Dann falle meine Seele dir auf ewig anheim; falls dir das Werk nicht gelingt, bleibt sie meinem Leibe.
Die Wette gelte!
Topp!'

Als verläßlicher Vertagspartner stimmte Mephisto zu.
Er sprang auf seinen Wagen, Hüh, Hot rufend, daß es bis Wittenberg schallte und düste davon, Richtung Fläming, denn in der Aue findet niemand einen Stein.

Straßenbau

Faust begann die Trasse abzustecken gen Eutzsch. Nicht lange, da kam Mephisto zurück gerasselt. Die erste Ladung Steine klatschte in eine lange Pfütze, daß Wasser und Schlamm nur so spritzten. Und dann, unaufhörlich donnerte Wagen um Wagen heran, denn etliche tausend Tonnen davon waren schon erforderlich.
Den Einwohnern der umligenden Dörfer schien es, als wenn sich dort ein schreckliches Gewitter zusammen gebraut hätte, das sich mit grellen Blitzen samt lautem Donnern entlüde.

Angstkurven

In Eutzsch angelangt befiel Faust die Angst, daß es Belzebub gelingen könnte, die Straße bis Kemberg fertig zu kriegen. Er ersann eine List, bog die Trasse von der Geraden ab gen Osten. Es entstand eine Kurve. Faust gewann Zeit, bis der Teufel in seinem Eifer merkte, daß er so sein Ziel verfehlen würde. Er bog wieder gen Süden num. Es war ja nie ausgemacht worden, ob die Straße gerade oder im Bogen Kemberg erreichen sölle.

Verzögerung

So steckte Faust listig immer mal wieder eine verlängernde Kurve ab.
Inzwischen stockte auch der Nachschub an Steinen, denn die mußten in der Heide und im Fläming erst aufgesammelt werden. So zog sich das Unternehmen bis zum Morgen hin. Faust führte die Straße kurz vor Kemberg am Graubach noch durch ein breites Sumpfloch, wo Luzifer auch eine Brücke schlagen mußte, in das dutzende Ladungen versanken.

Der erste Sonnenstrahl

Als der Kumpan mit einem riesigen Brocken, gleich dem Luthersteine groß, das Loch schließlich füllen wollte, er hatte ihn bereits angehoben, blitzte der erste Sonnenstrahl über die Aue, in den Tautropfen hell glitzernd. Wütend schleuderte Satan den Stein diesem entgegen. Der ist weiten Bogens in die Dübener Heide geflogen; hat dort 1 tiefes Loch gerissen, das sich alsbald mit Wasser füllte und Teufelsteich geheißen wird. Fürchterlich fluchend brüllte er, daß es weithin widerhallte:

Satans Fluch

Und habe ich heute keine Seele gekriegt, später erwische ich doch welche. Meine Zeit währt ewig. Ihr, ihr entgeht mir niemals, ihr erbärmliche Menschenbrut. Euch habe ich die Straße nie für umsonst gebaut!'

Hochwasser erzwang die Kurven

Wie kam es wirklich zu der kurvenreichen Strecke, die inzwischen teils begradigt wurde ?
Irgend jemand mußte wohl echte Beweggründe dafür gehabt haben?
Ich habe auch meine Vermutungen. Wahrscheinlich lag es am aufgeweichten, trügerischen Untergrund, dem die Fuhrwerke immer wieder ausweichen mußten, um nicht heillos im Lehmmodder, Morast und Schlamm zu versinken.

Böse Folgen des Satanfluches

Dennoch erfährt die Strecke heute, wie Mephisto drohte, ihre tragische Seite.

Vor ungefähr 20 Jahren begann ich , angeregt durch Studien mathematischer Denkstrukturen, mich mit Fragen der Verkehrssicherheit zu beschäftigen und trieb Berechnungen zur Beherrschung der Bremswege und Wucht. Dabei fiel mir die Anzahl der Unfälle dieses Stückes der B 2 auf. Und mir kam so nebenbei der Gedanke, daß der Teufel heute reichlich Ernte dort hält. Fahrerin und Fahrer sollten sich des Faust erinnern, der kluger Weise seine Seele zu retten wußte.

Grausamer Unfall

Am 30. Oktober 2004 packten Ecke und Anda ihr Sportzeug in den Skoda und fuhren gemächlich gen Wittenberg. An der ehemaligen Ziegelei ein verdecktes Schild, das vor einer Ölspur auf der linken Seite warnte. Ecke gab mäßig Gas. Etwa 300 m hin sah er einen PKW um die Biege gerast kommen, der seine Spur nicht mehr halten konnte. Ahnungsschwer trat er die Bremse, warnte Anda, stützte sich gegen das Lenkrad.

Zusammenprall mit Rasern

Mit voller Wucht krachte der PKW frontal gegen die Beiden. Die Prallpuffer lösten aus, der Zusammenstoß schleuderte beide in die Gurte. Als der Puffer zusammenfiel lag auf dem Armaturenbrett vor Anda eine Schädeldecke. Sie faßte sich an den Kopf, um zu fühlen ob es die ihre sei. Einem der Rasenden hatte es den Kopf zerschmettert. Eckes Anorak war getränkt mit Blut und Hirn des Mannes. Wie sich später erwies, waren die beiden jungen Männer mit 138 km/h unangeschnallt gegen Eckes Auto gekracht.
Auf den beiden Webfotos können sie die gruseligen Wraks betrachten.

Aufprall und Schaden

Schätzen wir die Wucht des Aufpralles bei 136 km/h ab: Die betrug etwa das 145-fache der Erdbeschleunigung, dies bedeutet das 140-fache des Eigengewichtes. solche Wucht hält kein Mensch aus, entweder er wird zerquetscht oder wie ein faules Ei an die Wand geklatscht und zerfetzt.

Ecke beklagte im Rettungswagen sein stark geprelltes rechtes Knie, etliche Rippenbrüche vom Gurt, Abschürfungen neben dem rechten Auge, starke Kopfschmerzen. Andrea erlitt einen Serienrippenbruch mit Lungenschaden, das Schlüsselbein wurde ihr am Brustbein abgerissen, sie lag 10 Tage auf der Intensivstation. Beide leiden nach fast einem Jahr noch an posttraumatischen Folgen. Eckes Handwerksbetrieb mußte geschlossen werden. 13 Monate Arbeit sind ausgefalen, 10 Arbeiter verloren ihren Broterwerb. Die Schuldfrage ist geklärt.
Doch damit allein ist es wohl nicht getan, 2 Leichen, zwei Schwerverletzte.

Den Teufel im Nacken

War das Ereignis nun unabwendbares Schiksal?

Früher gab es das Sprichwort: Dem saß der Teufel im Nacken. Man könnte es bei den Rasern glauben. Immerhin ist jetzt die Zeit herangereift, in der Mephisto seine Seelenlese hällt, ohne daß er heute teure und aufwendige Arbeit dafür leisten muß.
Was liegt uns noch am Herzen zu sagen?
War das nötig?

Zufall entgegen Vorsicht

Nein! Niemals!! Die Raser sind auf einer Ölspur ausgerutscht. Irgendein Fahrzeug hatte etwa von Kemberg bis Wittenberg Ökodiesel verloren.
Warum so weit?
Man müßte den schußligen Fahrer fragen, schließlich hätte ihm an seiner Schrottmühle etwas auffallen müssen.
Der Straßendienst hat nicht sofort gestreut, es war Wochenende und wegen solcher stürzt man sich nicht in Mehrkosten, koste es an Menschenleben, was es wolle.
30 km Schilder wurden zwar aufgestellt, leider teils verdeckt.
Das war's!
Die beiden forschen Jungs, ahnend oder nichts ahnend im frisierten Mobil, wollten möglicher Weise Schumi gleich stolz geschwellter Brust dahinsausen. Die Kurve ist gut ausgebaut, breit angelegt und läßt sich bei trockener Piste mit 140 km/h meistern obwohl dann unerlaubt. Sie kamen auf dem nassen Öl ins Schleudern und endeten vor dem Motorblock von Ecke. Als gelernte Kraftfahrer hätten sie auch ohne Gebotsschild spüren müssen, daß die Fahrbahn glitschig ist, das Mobil unter dem Arsch schwabblig und schon bei 100 die Spur niemals mehr gehalten werden kann. Für ihren fahrlässigen Leichtsinn sind sie dem Tod ungehemmt in die Arme gerast.

Schnelligkeit

Wollten sie das?
Ich kann sie nicht mehr fragen. Auch die Holzkreuze am Straßenrand geben mir keine Auskunft zur Tragik. Nehmen wir mal, an sie wollten nicht.
Ja was dann?
Sie hätten ihrem inneren Drang, den Rausch der Schnelle zu erleben, bändigen müssen zu Gunsten der äußeren Kontrolle. Gewiß, unsereiner, der Mensch, ist von Natur her ein Läufer, unter den Geschöpfen der Erde ein Laufwesen. Die Schnelligkeit seiner Beine entschied in der freien Natur häufig über die Erhaltung seines Lebens. Aufrecht gehen zu können ist ein gewaltiger Antrieb für krabbelnde Kleinkinder. Es ist ein so schönes Erlebnis, ein so ersehnendes Bedürfnis, daß der aufrechte Gang fortdauernd beibehalten und unablässig auf Schnelle trainiert wird.

Uns Menschen ist es erblich eingeprägt, geschwinde zu sein. Das äußert sich auch in des Alltags Hast. So ist es kein Wunder,daß Geschwindigkeit verleihendes Gerät hoch begehrt ist. Je schneller desto beliebter.

Berechnung & Erfahrung

Eine ganz andere Frage ist deren sichere Beherrschung. Für unsere Beine haben wir ein innerlich geprägtes Gefühl. Wenn jedes Kind nach einem Fall schwer oder tödlich verletzt würde, gäbe es wahrscheinlich bald keine Menschheit mehr. Dabei ist das Stehen auf zwei Beinen, statistisch gesehen, viel gefährlicher als das Sitzen im Auto mit 4 Rädern und Erfahrung damit sammeln, hat auch seine Grenzen.

Um gefühlsmäßig zu erfahren, wie schnell eine Kurve durchfahren werden darf, um nicht rauszufliegen, müßte man wenigstens 1 mal rausgeflogen sein. Aber wer trainiert schon sowas? Der Versuch ist zu gefährlich, zu teuer. Ich empfehle ihn keinem.
Was tun in so einem Falle ?
Eifrig das Wissen einsetzen und mit dem Wissen den inneren Rasetrieb bremsen, ja bändigen, sein Fahrzeug sicher zu steuern.

Was zeigt die Tachonadel?

Das Beste ist, die Kräfte zu berechnen, die da wirken, um diese sich bildlich vorstellen zu können. Der Umgang mit Zahlen und etwas Kopfrechnung wird gern umgangen, dabei ist das auch nur eine Frage der Übung gleich dem Fahren selbst; und weit weniger gefährlich.

Die Schnelle des Fahrzeuges wird mir von der Tachonadel angezeigt, und die gilt es, für den jeweiligen Bedarf auszuwerten:

Wie viel Uhrzeit benötige ich bis zum Ziel?
Wie lang ist mein Bremsweg bei Vollbremsung?
Wie kräftig muß ich die Bremse für 50 m Bremsweg treten?
Wie sehr muß ich vor Ampel, Stoppschild bremsen?
Wie lang wird die Überholstrecke werden?
Wie schnell kurve ich?
Reicht die Haftreibung bei der Schnelle um in der Kurvenspur zu bleiben?
Bringe ich bei der angzeigten Schnelle mein Fahrzeug ins Schleudern?
Überschreite ich die Geschwindigkeitsgrenze (Tempolimit)?
Wie lang ist mein Reaktionsweg (Schrecksekunde)?
Mit welcher Wucht würde ich beim Anprall vorgeschleudert werden?
In welchem Verhältnis steigt die Wucht zur Schnelle?
Was bedeutet die Geschwindigkeit der Länge meiner Voraussicht?
Wieviel km Länge habe ich bereits hinter mir gelassen?
Wie weit reicht noch der Tankinhalt?
Wann folgt die nächste Durchsicht?
Habe ich etwas vergessen ? Ist das alles ??
Auch wenn Ihnen ein Computer die Zahlen anzeigt, müssen Sie diese bewerten können und danach handeln, denn Sie sind verantwortlich, niemals das von Ihnen benutzte technische Gerät.

Verantwortung

Ich meine das nicht rechtlich, sondern moralisch, verantwortungbewußt. Verbote sind nicht schlecht, falls eine Staatsgewalt saftig abkassierend hinter dem Verbot steht. Aber ich räume der eignen Verantwortung bewußt einen entschieden höheren sittlichen Stellenwert ein. Ich tue das einfach, um keinenzu schaden, dafür habe ich meine Fahrausbildung bezahlt. Außerdem will ich meine Entscheidungsfreiheit wahren. Kurz gesagt, ich gönne dieser Ordnungsmacht nicht mein sauer verdientes Geld, das abzukassieren sie mir gnadenlos droht. Ich denke vor einem Verkehrszeichen nur zu häufig an Schiller, Tell, Geßler, den Apfel auf dem Kopf des Knaben, der seinem Vater vertrauend nicht zittert, und an den Hut auf der Stange, der heute durch Runde Tafeln ersetzt worden ist.
Es ist zwar eine Eigenart menschlicher Gesellschaft, sich gegenseitig mit mörderischem Gerät sinnlos zu vernichten; doch, das muß ja nicht überall sein.

Tüchtig Rechnen

Vielen Leuten ist das Rechnen ein Graus.
Warum nur?
Ich verdanke dem Rechen Erkenntnisse, Einsichten und die wirtschaftliche Einteilung meiner spärlichen Mittel.

Denken Sie immer: Ertüchtigung, Übung ist alles, sodann wirksam werden zu können!

Einige Klarstellungen, die wir beim Rechnen im Verkehr beachten mögen, um uns nicht im Gestrüpp mehrdeutiger Begriffe zu verheddern.

Menge & Werte

Im Kraftverkehr ist, wie übrigens überall, zwischen Qantität (Menge) und Qalität (Güte, Werte) zu unterscheiden. Wenn ich sage: 'ich fahre augenblicklich 72 km/h = 20 m/s dann ist dies ein Qualitätsbegriff, er besagt etwas über die Eigenschaft den Zustand meines Pekawe als Bolide. Diese Eigenschaft, die ihm durch seinen Motor mittels Treibstoff verliehen wird, bewirkt daß ich, falls ich 1 Stunde mit dem Merkmal dahin gondle, die Entfernungmenge von 72000 Meter = 72 Kilometer hinter mir gelassen habe. Eigentlich müßte das, was der Tacho anzeigt km/Sne = Kilometer Schnelle genannt werden; und was der Kilometerzähler schauen läßt km/Lä = Kilometer Länge.

Man hat hier einen Wandel vor sich, der über den Begriff Zeit erfolgt: Gebrauche ich die Qualität 72 km/Sne 1 Stunde lang, erfahre ich die Quantität 72 km/Län; 2 Stunden Gebrauch der Güte 72 km/Sne befördern mich 144 km/Län weit, dorthin wo die Schnäppchen winken. Sagen wir mal so: Mein fahrbarer Untersatz garantiert mir bei der Nutzweise den Gebrauchswert 72 km/h. Benutze ich diesen Wert 1 h, dann habe ich die Länge von 72tausend Meter erfahren; in 2 h sind es 2 mal so viel 72 * 2 = 144 km/Län.

Gefühlte Kraft

Desgleichen ist es gefühlmäßig empfindsamer in Kp–Maß zu rechnen (1 kp = 1 Kilopond = 1 kg * 9,81 ). Das Kilopond ist ein Maß, das Sie stets an Ihren Fußsohlen erfühlen können oder bei Liegestützen an den Händen. Das Gewicht ist auf die Gravitation der Erde bezogen. Das Kilogramm ist an den Kraftbegriff Newton gekoppelt, ein physikalisches Massemaß. Wenn ein kg Kernmaterie von 0 auf 1 m/s beschleunigt wird, ist dafür eine Krafteinheit erforderlich, die 1 Newton genannt wird. Blicken wir das Ganze noch Mal anders an. Schubse ich 1 kg Masse mit der Kraft an, das sie am Ende 1 m/s schnell geworden ist, dann habe ich 1 Newton Kraft dafür verbraucht. Hebe ich das selbe 1 kg von der Erde hoch, benötige ich bei 1 Meter Hubweg 9,81 Newton = 1 kp. Das ist ähnlich, wie mit dem Unterschied zwischen gemessener und gefühlter Temperatur. Sie können im Sturm schon längst zum Eiszapfen ausgefroren sein, trotzdem mißt das Thermometer 0C. Physiker mögen halt solche verklausulierten Berechnungen.

Trauer

Ich bin kein Richter, ich urteile nicht; wiewohl sich die jungen Burschen selbst gerichtet haben. Was kann es schlimmeres geben für junge, lebensfreudige Menschen, als in der Blüte ihres Daseins sich durch eignen Leichtsinn selbst in den Tod zu katapultieren. Ich habe die Unfallstelle gesehen und fotograft. Ich habe Aussagen der Helfer gehört; alle waren ob der fürchterlichen Zerstörungswucht betrübt. Ich haben neben den Kreuzen gestanden am Straßenrand, bei denen farbenfroh gebundene Blumenkränze und Sträuße die Menge lagen; dazwischen das Schmusebärchen von einem Kinde, den Toten wohl seine innige Zuneigung bekundend. Ich habe schwarz gekleidete, junge Leidtragende weinend dort verharren sehen, sie heulten ihren Schmerz aus über ihre unvermögende Hilflosigkeit, die Burschen aus des Todes Gruft niemals zurück rufen zu können.
Und als ich die Wraks auf einem Abstellplatz fotografte, lag dort noch ein anderes, das von einem übermütigen Gymnasiasten während unbeherrschten Üerholens auf der B 182 in der Kurve an eine starke Esche geschleudert und zerfetzt wurde. Ich glaube nie, das solche Eile sein frohes, teures Leben wert war. Der Unfall hat die ganze Schule erschüttert.

Führerschein mit Sinnspruch

Mein Vater hatte zu seinem Führerschein, den ich als Junge sehr bewundert habe, vielleicht auch, weil Vater mich oft auf dem Krad, ich meine braune Schaffellkappe auf dem Haupt, als Sozius mitnahm, sinngemäß folgenden Spruch bekommen:

Nimm dir auf Erden reichlich Zeit,
und jag nicht durchs Gewimmel!
Bedenke Mensch:
Es ist nicht weit,
per Auto in den Himmel.

Leider ist mir der Verfasser aus dem Gedächtnis entschwunden.
Den Spruch habe ich im Laufe mehrerer
besinnlicher Minuten rekonstruiert.

Auf des Teufels Spur

Der Unfall, der Ecke und Anda betrifft, ist auch für mich mit bitterer Tragik getränkt; denn Ecke ist mein ältester Sohn.

Böse Konstellation?

In den vergangenen 20 Jahren habe ich mich mit dem Unfallgeschehen auf der B 2 zwischen Pratau und Kemberg mehrmals befaßt. Ich habe verschiedne Ansichten dazu beschrieben; auch, wie die aus meiner Sicht möglicher Weise hätten vermieden werden können.
Ich war also dem Teufel genau auf der Spur, bemüht, ihn um seine Seelenfängerei zu bringen. Ich könnte solchen schweren Schlag auf die Familie als gräßliche Warnung dieses Diabolus verstehen, mich nie in seine widerlichen Geschäfte samt Wetten zu mengen. Nun ist es aber so, daß ich Atheist bin, nicht Antitheist, und es sinnlos wäre, wenn nicht an eine Göttlichkeit, dann an ein solch apokalyptisches Monster zu glauben. Dennoch kann ich mich nicht des dumpfen Gefühles erwehren, in der sonderbarsten Konstellation böser Zufälle verstrickt zu sein. Denn selbst diesen Unfall gewollt herbeiführen, wäre das reinste Unding gewesen.
Was spielte dabei alles eine Rolle:

Ereigniskegel   » »   Brennpunkt

Wieso war die Treibstoffleitung an dieser Stelle gebrochen?
Weshalb hatte der Fahrzeugführer sein Gefährt nicht vorher gründlich überprüft?
Wieso ist ihm der Treibstoffverlust nicht aufgefallen?
Weshalb hat der Straßendienst die Straße nicht sofort abgestumpft?
Warum nieselte es auf die Ölspur?
Weshalb hat es die Raser nicht aus der Kurve gescheudert sondern auf die Gegenspur; genau in der Sekunde als Ecke und Anda sich dort befanden?
Die Beiden hätten 1 oder 2 Minuten früher losfahren können, nach Lust und Laune?
Warum sind sie nicht schneller oder langsamer gewesen?
Auf der B 2 waren dutzende Fahrzeuge unterwegs, wieso traf es die Zwei?
Weshalb konnte der Raser sich in seinem Trieb nicht hemmen?
Wieso rastete dessen Sperrklinke der Vorsicht nicht ein, ohne sie dem Übermut Vorschub gebend?
Hätten die nicht 10 Sekunden früher oder später losrasen können?

Pannenkette

All diese Möglichkeiten im Brennpunkt des Ereigniskegels ohne 1 Generalprobe bewußt in Scene zu setzen, überfordert wohl den geübtesten Regisseur. Deswegen nennt Mensch das tragische Ereignis Zufall, weil seine Kontrollmöglichkeiten unzulänglich waren, das Überschneiden mehrerer Kausalketten vorbeugend begreifen zu können. Ansonsten hätte er sich auf sichererem Pfad einer Kausalität bewegt, zu dem Vorbeugung mit gehört. Hieran erkennen ich, daß 1 lässiges Fehlverhalten, statt Vorsicht und gegenseitiger Rücksichtnahme, eine regellose Pannenkette mit Tod und scheußlich leiblichen samt seelischen Schmerzen teuflisch herauf beschwört.

D R EI F

Dreif, Kurzwort von Drehsteife, auch Fiehkraft = Fz genannt:
Fz = (M * V2)/R

M = Masse als Kg ; R = Radius als Meter ; V = Umfangschnelle des Reifens als m/s = Mes
Dreif flieht jedoch nicht nur, sondern verleiht Drehteilen auch Steifheit. Dreif widersetzt sich einwirkenden Kräften wie gravitativen, elektromagnetischen, mechanischen. Dreif läßt sich bestens an Kinderkreiseln beobachten. Wird dem Kreisel zum Drehen verholfen, bleibt er kreiselnd auf seiner Spitze stehen, wo er sonst nie bleiben würden. Der Drehimpuls machts möglich. Wollen Sie das Dreif noch besser spüren, benutzen Sie ihr Zweirad (Frad; wenn Krad dann auch Frad). Sie kippen fahrend nicht um, dies bewirkt das Dreif.
Fz-Rechner

Rad & Kraftball

Beim nächsten Zerlegen Ihres Frades lösen Sie die Axschrauben und versetzen eines der Räder in schnelle Drehung. Nehmen Sie es, an die Axen greifend, vorsichtig aus der Gabel. Und nun versuchen Sie, das drehende Rad über die Axen zu kippen. Sie spüren harten Widerstand.
Lassen Sie 1 Axe los!
Und das Rad schwebt auf dieser Seite, so lange es schnell genug dreht.
Mit 5 Mes = 5 m/s = 18 km/h sitzen Sie sicher auf Ihrem Frad ohne zu schlenkern; dies bewirkt das Dreif.

Oder: Nehmen Sie mal den Iron-Powerball in die Hand, auch Gyrotwister genannt gleich RotaDyn Fitness-Ball! Schwingen Sie ihn auf Hochtouren! Was spüren Sie in Ihren Handgelenken ?

... Das Drehmoment,welches das Spielzeug auf die festhaltende Hand ausübt, ist dem Quadrat der Drehzahl proportional und ... übt bei 200 Umdrehungen pro Sekunde 80 N Kraft auf die Hand des Spielers aus - das Dreißigfache seines seines Eigengewichts! Spektrum der Wissenschaft Februar 2003 S. 100 Sie lesen: Die Drehung macht ihn 30 mal schwerer als er selbt wiegt. Überprüfen Sie es !

Dreif im Weltall

Drehen wir die kühne Kurve ins Weltall.
Die Raumstationen ISS, MIR das Hubble-Teleskop gleich anderen Raumflugkörpern sind mit kreiselähnlichen Stabilisatoren ausgestattet, deren Axrichtungen gegenseitig verstellt sind, sodaß Dreif ihr mögliches Kippen verhindert. Ohne Dreif würden sie, die Richtung verlierend, in ihrer Bahn dahin torkeln.
Sehen Sie sich den Andromedanebel mal an! Sie blicken auf ein riesiges Sternrad. Sollte das keinen Dreif haben? Unsre heimische Michstraße ist ähnlich gestaltet. Sollten die keinen Dreif haben? Auch unsre Mutter Erde ist eine Kugel mit Dreif; es verhindert daß die Erde nicht um die Sonne purzelt.
Sie haben bei Ihrem Versuch gesehen: So lange sich das Rad dreht, dürfen Sie 1 Axe los lassen. Es ist rechtwinklig der Erdgravitation gegen-, antgekoppelt. Ähnliches Verhalten müße für Galaxien gelten, deren Sternradmasse rotiert mit etwa 250 km/s Schnelle. Das ist auch ihre persönliche Geschwindigkeit um das Milchstraßenzentrum, denn Sie rasen im Sonnensystem kreiselnd mit drumrum. Die Erde dreht am Äquator 412,780 Mes schnell.
Das Dreif wirkt, ob sich gravitative Massen berühren oder nicht. Demnach mischt das Dreif mit in der Struktur der Galaxienhaufen.
Dessen Betrag sollten Astronomen mit in der gesuchten Schwarzen Kraft erkennen.

Zurück auf die glatte Straße zu den rotierenden Fahzeugteilen.
Die große Gefahr auf glitschieger Fahrbahn ist, daß man ins Schleudern gerät und die Kontrolle über das Fahrzeug verliert: Es rollt nicht mehr wie ich will, sondern es rollt oder rutscht mit mir, wohin es will!
Im folgenden mag ich keinem raten, sondern Kräfte nennen, die unsichtbar wirksam werden.
Wie Sie sich danach verhalten, überlegen Sie bitte selbst!

Wie kurven Kradler?

Falls Sie kein Kradler sind, beobachten Sie mal solchen Feuerstuhlreiter von hinten auf kurvenreicher Strecke. Reine Autler bekommen Gänsehäute, wie der schräg hängend durch Kurven schwebt. Sie können mit ihrem Frad auch nicht senkrecht steif durch die Kurve drehen.
Kradler muß seine Hitsche schrägen, sonst kriegt er wegen verschiedner Kraftwirkungen die Kurve nie. Bei 25 Mes = 90 km/h hat das Vorderrad etwa 18700 N (Newton) Dreif (Fliehkraft). Die lassen sich nicht senkrecht zur Axe des Rades wegdrücken. Und wenn Sie es mit Gewalt versuchen, werden Sie gewiß bei voller Fahrt über den Lenker absteigen. Der Trick ist nun, die Axe schräg zur Fahrbahn stellen, also das Krad angemessen zu kippen. Das gefällt dem Rad, und genau wie ein Kreisel geht es in Präzession; es dreht sich selbst in die Kurve. Kradlers Geschick ist es nur noch, für jede Kurve die passende Schräge zu wahren, denn jede Kurve und Schnelle verlangt die ihr angemessene. Überdies wirkt er mit seiner Schräge gegen sein eigenes Dreif als Antkraft, hier Gegengewicht; er würde sonst mit dem Krad umkippen oder aus der Kurve fliegen, denn in dieser ist er selbt ein kreiselndes Teil.
Andrerseits darf er sein aufrecht stehendes Krad ohne zu fahren nie schräg kippen, dann fällt er um.
Angemerkt: Das Dreif bewirkt eine gänzlich andere Eigenschaft des Krades, die entspechend gebraucht sein will. Im täglichen Leben ergibt sich der Umgang mit Zweirädern aus angelernter Gewohnheit. Es schadet jedoch nicht, mal den gespitzten Rechenstift vergleichend anzusetzen.

Sofastimmung

Sie, Autlin oder Autler, sitzen quietschvergnügt in Ihrem 4 rädrigen Wägelchen, wie auf Ihrem Sofa in der Wohnstube. Kradler spüren mehr von ihrer Umwelt. Bei 40 Mes = 148 km/h weht denen ein steifer Wind um die Nase, zerrt an der Kradkluft, zischt durch jede Ritze kühl auf die Haut. Das Luftpolster unter deren Brust läßt sie fast schweben; es ist kräftiger als bei einem Skischanzenspringer. Auf gut spurender Maschine könnten sie den Lenker lässig los lassen, würden Sie sich nicht daran fest klammern. In Kurven können Sie sich nur schräg hineinlegen, und weit genug muß die sein, sonst fliegen sie raus oder die Räder rutschen wegen zu geringer Haftreibung weg.

Umweltwarnungen fehlen

Dem gegenüber läuft für Sie in Ihrem Pekawuptich die Fahrt wie im Fernsehfilm ab.
Und das ist die Gefahr !
Warnungen aus der Umwelt fehlen, denn Sie haben die Scheiben fest geschlossen, damit der Fahrtwind nicht prasselt, knattert, zieht, dieweil er die Unterhaltung stören könnte und sich jemand erkälten.
Was Autler von der Außenwelt nicht erreicht, müssen Sie notfalls durch Ahnung, Vermutung, Wissen, Können aus Vorübungen ersetzen, um ihr Fahrzeug sicher zu führen. Wenig Gelegenheit gibt es dafür; sind Schleuderkurse allgegenwärtig ??

Schleuderübung

Es ist wenig sinnvoll, das Schleudern auf der Straße zu üben. Die ist zu schmal. Mit nur 10 Mes = 36 km/h rutschen Sie innerhalb 1 Sekunde von der Fahrbahn. Es könnte dort 1 stämmige deutsche Eiche an der Deutschen Alleenstraße stehen, die Ihren Rutsch plötzlich enden läßt. 10 Mes = 10 m/s sind Autlern keine Schnelle; immerhin: Geben wir Ihrem Töfftöff mal die Knautschzone 0.3 m. auf diese Länge würde die Reise plötzlich abgebremst werden.
Nun was schätzen Sie, mit welchem Trieb Sie da nach vorn geschleudert würden und wie Sie sich danach fühlen?

Die Wucht

Zitat aus ND 25.07.05/ S.13 Daniel Becke Teilnehmer Tour de France 'Frontal an den Felsen: Auf der 9. Etappe raste er mit Tempo 57 = 15,8 Mes frontal an eine Felswand. Sein Rahmen zerbarst und er zerschlug sich die Schulter. " Es war als tauche ich in die Felswand ein. Ich prallte in der Reihenfolge, Rad-Helm-Nacken-Schulter-Kreuz am Gestein ab, und blieb für einige Sekunden gekrümmt liegen " schildert er uns. Der Rennarzt wollte ihn bereits ins Krankenhaus bringen lassen, doch Becke beschloß weiter zu kurbeln.'

Was schätzen Sie,mit welchem Trieb Sie 10 Mes vorschleudern ?
Der ist wesentlich von der Bremslänge abhängig. Immerhin ergibt sich die Bremsverzögerung von 167 m/s2 = 167 Hem; damit erreichen Sie etwa 17 g (g = Erdgravitation). Die entfesselte Trägheit reißt Sie mit dem 17-fachen Ihres Eigengewichtes in die Gurte. Stellen Sie sich vor, wenn Sie das stemmen müßten ?
Bei 70 kg Eigenmasse wären es 1190 kp (Kilopond) Gewicht.
Genau genommen ist es so, daß Sie von der entfesselten Trägheit, die sich diesen Falles in Beschleunigung wandelt, auf 167 Beu geschleunt, voraus geschleudert werden, die von den Gegenständen, auf die Sie treffen, wieder abgebremst werden, dabei vernichtend wirkend, denn Ihre Knochen, Ihre Muskeln sind geringerer Härte, auch anfälliger für Zerstörungen. Sie sind selbst 1 Geschoß, das auf härtere Gegenstände prallt und dabei zerfetzt.
Mit 25 Mes * 3,6 = 90 km/h sieht solch Ereignis viel schlimmer aus. Hierbei bremsen 1042 Hem sie ab.
Manchem mag es unverständlich erscheinen, wie aus den 10 Mes 167 Hem werden können?

Eigenschaft der Kernmaterie

Mir stellten sich da auch Fragen?
Der Sachverhalt erklärt sich aus der Eigenschaft der Kernmaterie, die in bewegten Dingen durch die Schleunung angesammelte potentielle Energie schneller umzusetzen, als die eigne Bewegung beträgt. Solche, dem Ding verliehene Energie kann viel schneller entladen werden als sie aufgeladen wird. In dem Sinne bin ich ein Akku, der während der Schleunung des Fahrzeuges auf längerer Strecke aufgeladen wird und auf kurzer heftig entladen. Ich kenne das von meiner Batterie. Die hat 12 V mit 50 A/h. Die liefert aber im Kurzschluß viel mehr als 500 Ampere, sodaß die Kabel durchglühen.

Länge der Bremsstrecke

Bei allem ist die Bremsstrecke, der darin enthaltene Widerstand entscheident. Ich habe 30 cm Knautschzone = Bremsweg angenommen. Verlängern wir den Bremsweg auf 1 m, dann werde ich nur noch 50 Hem = -50 m/s2 stemmen müssen, die 6 fache Wucht meines eignen Gewichtes. Mit 10 m Länge wirken um mich nur noch 5 Hem = -5 m/s2, die ich abhalten müßte. Die reißen mich nicht mal vom Sitz. Das ist scharfe jedoch keine Vollbremsung mit 8 Hem. Das heißt, je früher ich bei entgegen kommender Gefahr bremse, um so gelinder ist der Auprall.
Hier wirkt ein Naturgesetz, das in allen Bereichen des Kernstoffes Gültigkeit hat. Zerstörungen entstehen dort, wo der Bremsweg im Verhältnis zur Schnelle, d.h. der bewegten Kraftladung des Boliden sehr kurz ist.

Wert der Zahlen

Die Zahlen sollten beim Lesen nicht stören: Wie Sie sehen, können Sie ohne Zahlenwerte nie eine verläßliche Einschätzung treffen. Rechnen ist auch Erlebnis, Erlebnis des Erkennens. Schön sich zu sagen: Ich weiß! Ich weiß nun, was ich kräftemäßig tun kann und auch lassen werde.

Drehende Räder im Schlingerkurs

Mit drehenden Rädern verhält es sich etwas anders als mit starren Gegenständen.
Siehe Kradler!
Drehende Räder haben nicht nur den Trieb voraus in Fahrtrichtung gleich den starren Teilen; sondern den der Fliehkraft (des Dreifes) zusätzlich. Autler legen sich nicht in die Kurve wie die Kradler, sondern zwingen lenkend, die Axen verschränkt, Lenkräder in eine neue Spur. Sie drücken gegen das kräftige Dreif. Der Druck überträgt sich durch die Lenkung auf das Hinterteil des Fahrzeuges in die Antrichtung. Die Hinterräder wollen die alte Spur bei behalten, werden aber quer gedrückt. Das Fahrzeug wird spurig instabil, will, vielleicht schon rutschend, quer schlingern. Heftige Gegenlenkung verstärkt den Effekt. Schließlich schaukelt sich die Schleuderei auf und verselbständigt sich frei zum Unfall.

Schnellübung

Wenn ich laufe, gehe, renne, flitze habe ich ein inneres Gefühl, wie schnell ich bin. Ich nehme wahr, wie sich mein Leib in seiner Umwelt bewegt. Solch Gefühl wandelt mich nie an, wenn ich gemächlich im gefederten und gepolsterten Fahrzeug sitze mit surrendem Motor auf glattem Asphalt dahingleitend.
Ich habe mir etwas anderes ausgedacht, dem bei zu kommen. Ich sage meinem Freund: " Komm bitte, setz Dich zu mir in die Rostlaube, wir wollen etwas erfahren. Ich will die Schelle unsrer Fahrt gefühlsmäßig erfassen lernen. Über den Tacho habe ich eine Klappe geklebt; ich werde sagen, wie schnell wir sind und Du bestätigst mir ob das stimmt, oder welche Schnelle wir wirklich haben. Beobachte auch die Straße vor und hinter uns, ob ich jemanden behindere. In der Waldstraße ist geringer Verkehr, dort müßte der Versuch möglich sein."
Wenig überzeugend hörten sich meine Schätzungen an. Till meint:
"Es gibt welche, die können das besser.
Laß Dir raten:' Demnächst wenn du fährst, achtest du mehr auf die rechte Seite, schielst schräg über die rechte Leuchte. Du siehst die Gegenstände dir entgegen kommen. Fahre eine bestimmte Schnelle; z.B. 14 Mes, lies die vom Tacho ab sie dir mehrmals laut vorsagend. Irgendwann bleibt da was im Gedächtnis haften. Dann kannst du auf den Tacho pfeifen, du mußt ihn nicht mehr ängstlich anschielen, wenn die Blitzer klammheimlich im Busch lauern wie Strauchdiebe.'"

Etwa 1 Jahr später, den 08.12.2005.
Ich war gen Eutzsch geradelt, hatte mich nach Stehleitern erkundigt. Hin wie rück mußte ich auf der B2, deren krachiger Kraftfahrverkehr den Radler ärgerlich stört, an den beiden Kreuzen vorbei. Ich bin auf der Gegenseite schon vorüber gewesen, da ruckte es in mir.
Der Gedanke folgte als Aufforderung: Geh noch mal hin!
Ich habe Bocko an einen Leitpfosten gelehnt und bin zurück gelaufen.
Es ist immer etwas sonderbares, an einem Ort des Todes zu verweilen.
Ich verinnerlichte mir Stätte samt Ereignis. 2 Briefe in Klarsichthüllen lehnten sich an die Kreuze, Blumensträuße mit dabei, auch Töpfe mit erblühten Blumen. Besonders ein Teddybärchen ist mir aufgefallen, das im grünen Grase saß und wartete.
Auf wen? Wozu?
Die Briefe schienen mir von den Geliebten der Toten geschrieben.
Ich hätte knieen müssen, um sie lesen zu können. Doch ich lese ohne Aufforderung nie fremde Briefe, weder die an meine Kinder noch die an mein Ehegespons. Aber ich kann mir denken, was lebenslustige junge verliebte Fräulein, traurig, ihren auf nimmer Wiedersehen abgeschiedenen Buhlen ein allerletztes Mal sagen mögen. Hier riß jäh der gemeinsame Lebensfaden, der fröhlich weiter gesponnen werden sollte mit vielen Fahrten in ihre glückliche Zukunft.
Ich überlegte:
Was könnte sich das Kind gedacht haben, als es seinen treuen Spielgefährten "Teddy" den Abschiedbriefen, den Abschiedgrüßen beigesellte?
Tat es den Großen gleich, einen letzten Gruß winkend?
Oder wünschte es den Toten als freundlichen, lichten Begleiter in eine unbekannte finstre Welt.
Hofft es vielleicht auf die Wiederkehr mit diesem auf deren Arm, dann gemeinsam vergnügt spielend?
Träume oder Trauer ?

Es hat mir im Halse gewürgt. Ich habe die Tränen unterdrückt.
Was geht mich das Leid andrer an? Oder vielleicht doch??
Ich bin traurig zu Bocko gegangen, daß er mich heimwärts fort trage.


Machen Sie es gut! Bis bald auf der Straße.

Aller Wege Fahrt frei und Glück zu !

 
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Z au b e r s p r u ch  
 

 
Lesen Sie ergänzend und zur Erbauung in dem Buche von
Prof. Paul Ekman "Gefühle lesen" die Seiten 42 bis 44.
Erschienen ist das Buch 2004 im 'Spektrum AKADEMISCHER VERLAG' 69126 Heidelberg.
Internetseite von P. Ekman: www.emotionsrevealed.com
 

Dringender Hinweis

Dringend weise ich darauf hin, daß dieses Schriftstück eine publizistische Arbeit ist, die frei nach Gestus des Verfassers abgefaßt wurde. Aus ihr können keine relevanten Fakten gerichtsnotorisch abgeleitet werden. Auch wenn die Bildaufnahmen von realen Fahrzeugen stammen, so wurden die nach bildjournalistischen Gesichtspunkten geknipst und bearbeitet, jedoch nicht protokollarisch für justitiable Zwecke.

Ziel meiner Arbeit ist es, die schlimmen Folgen unbesonnenen Handelns anschaulich aufzuzeigen und Empfehlungen für klügeres Verhalten aus meiner Sicht darzulegen. Mögliche Empfehlungen sind keinesfalls für Fahrschüler gedacht. Die haben den Weisungen ihres Fahrlehrers streng zu folgen !
Meinen Führerschein habe ich seit 1948 (Krad), später erworben (PKW nebst LKW mit Hänger).


S t a t i s t i k – 2004

14 minütig verunglückte in Deutschland je 1 Kind im Straßenverkehr. In 37285 Unfällen starben elend 153 Kinder; fast 6600 wurden schwer verletzt. 13241 verunglückten mit dem Fahrrad. 12400 sind im Auto verletzt worden; rund 9700 als Fußgänger.
Insgesamt sind 445968 Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt oder getötet worden. Fast
59 % verunglückten im Auto; rund 74000 Mal gab es Unfälle mit Radlern; 35000 mit Kradlern.
Mitteilung: Statistisches Bundesamt

 

 

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U n f a ll f o t o s  --  H o ch w a ss e r

2 Kreuze am Straßenrand                      Hochwasser in Pratau

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