Frühlingsgedicht der chinesischen Dichterin: Wei.
  ~~ Geschrieben um das Jahr 1078 ~~
 
 
 

Frühlingsgedicht

Ich erinnere mich:
Als er kam, neigte sich der Frühling
noch nicht seinem Ende zu.
Wir hielten uns an den Händen
und Pflückten Blumen.
Unsere Ärmel netzte der Tau.
Heimlich befragten wir das Orakel
nach dem Schicksal unserer Liebe.
Wir sprachen mit den Blüten,
wir wetteiferten,
wer zuerst zwei Blütenstengel fände.
Soviel Wonne.
Doch weshalb war er so grausem zu mir?
Er zertrat alles
und verließ mich leichten Herzens.
Wem soll ich mein Leid klagen?
Tränen nässen wilde Apfelblüten.
Vergeblich erteilt mir der Herr des Ostens
Befehle.  
 

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2004 » 2006 ~ 2008 Martin Grabo, WindiMühl
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