Y   H E R Z   D a m e   Y

 
Habe ich den Skat genommen,
lächelt mich   Y-Dame an.
Ist sie Y mir sehr nett gewogen;
daß ich auf sie Y  zählen kann?



Oder treibt sie's Y  mit den Luschen,
der SIeBEN, AChT auch NEuN ?
Die mir arg ins Spiel reinpfuschen;
schnell meine Euro andre freun.



Wollen sie Y  im Handumdrehen
frech die flotten Buben stechen?
Die mit  Y Y  leicht umgehen,
einerlei ob die YY zerbrechen.



Läßt sie Y  ihre roten Wangen
einem steifen Ober küssen?
Säh' ich solches nur mit Bangen:
Könnt' es liebend gerne missen!



Schielt sie Y  nach Schellkönigs Krone?
Auf Gold, Geschmeide, Klunkerschatz?
Die sie Y  just erbeuten wölle
bei der Buhlschaft wilder Hatz.



Würd' sie Y  sexy augenklimpernd,
reizend Eichel~ZEHN betören,
tät'ch deren Geschmus verwinden;
dieweil 10 Eckern mir gehören.



Wirft sie Y  sich den geilen Assen
hin in heißer Minne Brunst?
Wär das für mich niemals zu fassen,
böt' sie Y  diesen ihre Gunst.



Solches liegt im Spiele offen:
Glückes Freud auch Glückes Leid.
Darf ich auf  Y-Dame hoffen?
Hält sie Y  Triumpf für mich bereit ?
 
? #  T R U M P F  # !
 

Mit dem Skoficht "Herz Dame" trachte ich zu beweisen, daß wenigstens 1 humoristischer Funke in mir glimmt.

1 Augenblick bitte!
Ich erkläre:
Warum nenne ich mich zuweilen Skof und mein Erzeugnis Skoficht?

 
Auf meinem Hofe halte ich 3 Wasserpumpen pumpbereit. Die fördern mir aus 3 Bornen Wasser unterschiedlicher Güte für den jeweiligen Genuß. Lt. Wasserbehörde sölle ich nur gechlortes Fernleitungswasser abgekocht schlürfen.
Ääks!
Die Muffen, Winkel, Hähne, Verschraubungen, Behälteranschlüsse, Buchsen müssen dicht gedichtet werden, mit Werg, das zwischengewercht werd, ansonsten tröpfelte kein Tropfen der kostbaren Flüssigkeit in meine irdenen Töpfe. An diesen Saug- und Druckstellen betätige ich mich lebensnotwendiger Weise als wahrer Dichter.
Da paßt sehr wenig ob des Doppelsinnes der Lautung D-i-ch-t-e-r zusammen; dem Lautedichter hilft keinerlei Hanfdichtung. Ich meine nicht die vom Stamme 'Cannabis', was ich nie versucht habe:
Blödsinn. Meine Phantasie baut auch ohne Kiff genug wolkige Luftschlösser.
Dann sagen häßlich lose Münder dem Dichter so ungereimtes Zeug nach wie: Dichtung und Wahrheit klaffen bei ihm himmelweit auseinander. Möglich, wenn Pegasus ungezügelt durchgeht. Allerdings trifft das kaum allein auf dessen Reimreiterei zu. Es gibt da noch ganz andre wildrassige Gäule für Spukmärchen. Ich habe bisher keinen Dichter 1 Hymne auf Steuer- samt Sozialreform, Agenda-10, Rentenkürzung, Lauschangriff, Heldeneinsatz out off area und so zwitschern hören. Da sind ihm Politiker himmelweit überlegen.
Den Skof gab es bereits unter den alten Deutschen; der saß sagend und singend inmitten der Leute Schar, kannte die Bräuche, beherrschte deren Handwerk, lebte ihre Gemeinschaft. Mit der Kennzeichnung will ich andeuten, daß ich mich in meinen Aussagen den Gegebenheiten näher wähne denn Cleanpoeten mit den ihren. Auch in anderen Landen wirkten und wirken dem Skof gleich Kerlinen nebst Kerlen.


Das Skoficht 'Herz Dame im Skat' hat 1 Fehler; in den Augen des strengen Skaters sogar 1 unverzeihlichen.

Und da passiert mir sowas:
In ungehemmtem Drang meiner Reimwut auf Pegasusflügeln habe ich dem edlen Blatt 4 weitere Karten untergeschoben. Als das Skoficht ganz fertig war, in seiner Klangschönheit rundum vollendet, ist mir der gräuliche Mißgriff wie 1 spitzer Dolch ins Herz gedrungen.
Schändlich!
Nun fürchtete ich das hochnotpeinliche Urteil des Altenburger Skatgerichtes, das meine Zukunft als edlen Reimeschmied schmählich schaden könnte.
Wie kiebitze ich mich da pfiffig raus?
Es gab schon kluge Politiker, die fragten in solcher Zwangsjacke folgerichtig:
Was jetzo tun?
Nun, ich belasse es erst mal bei einem Vergleich, und dann mag die gestrenge Kommission meine Vorschläge gauchen und birtheln.
Also:
Das deutsche Skatspiel ist einzigartig herrlich, streng maskulin. Davon unterscheiden sich französische Karten, die den schönen Damen Anteil gewähren.
Was würde ein französischer König ohne seine Mätresse darstellen ???
Und so meine ich, möge die Kommission klugen Ratschlages zu der Einsicht gelangen, daß es nicht allein Männervergnügen sein kann, mit den Eicheln zu spielen; sondern auch die Damen, gerechter Weise, bei diesem Spaß heiter mitmischen.
 
Ich bin bereit, passende Spielvorschäge zu unterbreiten.

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2004 » 2006 Martin Grabo, WindiMühl