K A H L Sch L A G

Umgesägt und hingeknallt
liege ich,
der Wald,
hier vor Dir
plattgewalzt
genau gefalzt
als ein Fetzen
Schreibpapier.
 
 
Mir graut
vor dem,
was Du
aus Deinem kahlen
Haupt geklaubt,
mir weiß,
von Klugheit triefend,
emsig anvertraut.
Erst jetzt verdorrt
mein Laub.

Zwischen die Zeilen: Husch ! Husch!

Das Gedicht "Kahlschlag" wurde Mitte der 70ziger Jahre gereimt.
Ich mochte mich damals keinem Verlage anbiedern, genau so wenig wie heute dort Klinken putzen.
Damals sollte ich dem Sozialismus dienen, heute die leeren Kassen der Verlage füllen helfen. Meine Selbstachtung, mein Stolz, mangelde Demut verbieten mir solchen Kotau. Ich mag nicht andere freizügig in meine Taschen greifen lassen, die mich vorgeblich berühmt machen wollen. Für mich reichte es bisher alle Mal zum Leben auch ohne Ruhm.
Solch Leben könnte jemand als Freiheit bewundern.
Quatsch: Ich unterliege anderen Zwängen, denen ich gehorche.
Mir geht es mit der Schrift "Zwischen die Zeilen: Husch! Husch!" darum, daß nur Hohlköpfe nichts zwischen die Zeilen schreiben, und nur Dummlinge dieses Nichts mitnichten heraus lesen können.
So bleibe es dabei, daß man als fähiger Dichter dunnemals wie heutigen Tages was zwischen die Zeilen zwängt.

Es ist unüblich für Lesestücke, Gebrauchsanleitungen zu schreiben; aber hier muß es sein.
Sie sollen ja Spaß an der Sache haben.
Nehmen Sie das ganze lange Zwischenstück!
Splitten Sie es fleißig auf!
schieben Sie die einzelnen Stückchen nach Lust und Laune zwischen die Zeilen der Dichtung "Kahlschlag"!
Und nun staunen Sie, wenn diese dann expandiert vor Ihnen liegt oder dekodiert, falls Sie meinen, staunen, was Dichter so alles zwischen die Zeilen quetschen in hochkomprimierten Gedichten. Sie kennen das gewiß von Rechnerprogrammen, die entpackt, die HD glatt überlaufen lassen.

K ah l sch l a g

  

Hintergrundinformationen unter die Zeilen: Husch! Husch!!



Ich klemmte 'Waldfrevler' damals in eine Mappe, wo es Jahre vor sich hin döste, währenddess der teure grüne Wald dahin siechte; nicht siegte.

Vor wenigen Tagen las ich Enzenbergers Meditationen. Der treibt sowas wacker mit:
'Blei'  *  'Ohne Papier...'  *  'Genetik'  *  'Aktaufnahme'  *  'Interferenz'  *  'Das Energiefeld der Toten'  *   'Sterne'  *  'Die Knöpfe'  *  'Die Instrumente'  *  'Erkenntnislücken'  *  'Klimamaschine'  *
und anderen hübschen Dingen.   man muß nur wollen!

"Ah", habe ich gleich gedacht, "wenn der gute Magnus solche Sprüche in die Welt setzen kann, dann hast du auch einen!"
Nun ist es nach meinem Willen geschehen, ohne ernste Folgen zu bedenken.

Zur Wiederholung: "In den Kahlschlag !"
 
Kaum hatte ich neulich das Skoficht " Kahlschasg" aufs Plinzel des LW:B, magnetet, kicherte die lustige Schar der Zweifel frech durch die Hintertür. Sie wisperten leise:
"Ernst, jetzt wirds ernst! Halte dich fest!!"
Wieviel stolze Fichten, zu Papier zerrieben, lasten auf deinem ruchlosen Gewissen?
Sprich!!!
Piepse nur nicht milde Töne; sondern beichte! Beichte es hier und immerdar! Los!! Raus mit der Sprache!!!"

'Mir schwoll der Kamm. Gemeinheit! Gemeine Verdächtigung. Die Sache stinkt nach fieser Beweisumkehr. 'Euch werde ich Stoff geben!'Grollte es in mir.
 
Ein Dichter wandelt nie geraden Pfades. Ich beginne daher mit einem Snak:

Wir saßen heiter gelassen in Schreibzirkel "Hans Lorbeer" beieinander; neben mir Renate Li. Ich hatte etliche Zeilen meiner jüngsten Elegie vorgelesen, worüber ausführlich gelacht wurde; was bei meiner Schreiberei selten vorkam, statt sich Tränen abzuquetschen.
Renate beäugelte kritisch meine angebräunten Blätter.
"Du schreibst wohl auf gebrauchtes Altpapier?" Ich wendete das Blatt um und num, hatte die Rückseite einer klug belehrenden hektografischen Mitteilung unfein bekritzelt.
"Na weißt du", bemängelte sie, "ich schreibe meine Manuskripte nur auf gutes Briefpapier. Das sind mir meine Gedanken wert."
In ihrem geordneten Hefter bemerkte ich gepflegte Seiten und den Block DIN A4 'Elite – blütenweiß'.
Keinerlei Vorwurf an Renate. Die Lorbeerer verwüsteten das wenigste Papier; die haben mehr gedacht als geschrieben. Und was die geschrieben, hatte meist edlen Sinn und guten Verstand. Leider ist ihre Rolle vom Zeitgeist hurtig mit abgewickelt worden.

Bei mir hat sich im Zikzaklauf der wendenden Jahre nichts geändert. Ich lebe nach wie vor zwischen meinem Lehmgemäuer. Ich bekomme massig Werbung jedweder Art. Deren Rückseiten sind oft leer. Die kritzele ich voll; auch zwischen weit gestellte Zeilen zwänge ich unübersehbar meine Handschrift.
Rache! Weil nicht für mich geworben wird.
Damit der Inhalt der fremden Lettern mich ungestört läßt, drehe ich das Blatt rum, den unteren Rand des Werbedruckes hoch, daß dessen Schrift Kopf steht. Sobald solch Blatt voll gewesen war, hatte ich es früher mit Schreibmaschine auf weißes oder Durchschlagpapier abgehämmert; heute ist meist Hugo II dran, der Älteste meiner Rechner, der alles sofort aufs Plinzel magnetisiert. Danach segelt das MANUSKRIPT 'Auf nimmer Wiedersehen!' in einen schiefen Pappkarton. Meine Enkel haben mich darum gebeten. Vordem ist jeder Fetzen zerknüllt in das Papierfaß gesegelt; heute Schredder geheißen. Abfall!

Enkel Martin studiert Mechatronik. Er und ich haben kürzlich 1 neuen Rechner zusammen gesteckt und geschraubt; heutzutage lötet niemand mehr. Er heißt 'Hugox', dieweil ihm das Betriebsystem 'Linux/ Knoppix ESPRESSO!' einverleibt worden ist; die andern der Horde hören namentlich auf: Hugo II, Hugo III, Hugo SCSI. Es wäre bei dem guten alten Hug II. geblieben, wenn der die technische Reife nicht verpennt hätte, grausame Folge von PISA; er ist Baujahr 1989.
Im Hugox drehen sich 120 GB Speicherplatz auf 1 Festplatte, HD. Im Hug II bescheidene 20 MB.
Kürzlich habe ich meiner Kasse führenden Ehegattin – 'Gatte' hat etymologisch was mit 'Gatter' nebst 'Garten' gemein – entschuldigend vorgerechnet, wieviel Schreibpapier ich mit dieser HD 120 GB einspare, dieweil ich mit meiner Webseite nur reale Ausgaben buche, aber noch keinen einzigen imaginären Cent real einkassiert habe.
Irren Sie sich ja nicht!
Denken Sie nicht etwa, daß der geschickte Ökonom aus seinen Verlusten keinen Gewinn vorrechnen kann. Ich habs echt von der Politik abgeguckt.
Weil meine Kopfrechnung mehr qualitativer Art war, habe ich jetzt für die Quantifizierung den Taschenrechner bemüht; der teure grüne Wald ist mir das wert.


Folgen Sie bitte meiner Beweisführung auf leisen Sohlen !

Die Fragen lauten:

1. Wieviel Papier spare ich mittels der HD 120 GB ein?
2. Wie hoch ist der Preis des entsprechenden Papierstapels?
3. Wieviel Lagerkapazität würde der benötigen?

Für 1 beschiebnes DIN A4 Blatt werden etwa 2 bis 4 kB Speicherplatz
benötigt. Rechnen wir rund 10 kB, dieweil die Sektoren der HD technisch
bedingt oft nicht voll belegt werden.

Teilen wir:
(B = Byte Fepl = Festplatte Bl = Blatt

120 000 000 000 B/Fepl : 10 000 B/Bl = 12 000 000 Bl A4

1 Bogen A0 wiegt 80 Gramm = 80 g/m².
Aus 1 Bogen A0 lassen sich 16 Blatt A4 schneiden.

((12 000 000 / 16) * 80 )/ 1000 = 60 000 kg Papier = 60 Tonnen

200 Blatt kosten ca. 15 Euro.

12 000 000 / 200 * 15 = 900 000 Euro

Stapelplatz für das Papier hätte ich zufällig genügend. Sagen
wir mal 100 Kubikmeter könnten ausreichen.

Die 120 GB Platte hängt in 1 Miditower des Inhaltes

0,48 m x 0,44 m x 0,2 m = 0,04224 Kubikmeter

Im Ergebnis erhalten wir ein Verhältnis von
0,04224 Kubik : 100 Kubik = 1 : 0,0004224
In dem Gehäuse hätten zwanglos noch 3 solche Platten Platz; auch größere.

Bilanzieren wir!

Potz Tausend, das ist mehr als 1 fette Softspekulationsblase an der Neuen Börse. Das ist kein Loch in einem Nichts, sondern ein virtueller Teilbetrag im finanziellen Vakum meines Geldbeutels, der sich mit einem Feynman–Diagramm veranschaulichen ließe. Das ist kein Manko, das mich zerreißend in die Leere eines Wurmloches zerrt, es sind vielmehr sich aus den virtuellen verknäuelnden Strings, sich als bare Münze rematerialisierende Materie.

Beispiel:

Würde ich in meiner Hausbank um 900 000 Euro Kredit für den Papierhaufen betteln, erklärten die mich glatt für irrenhausreif. Wegen der 105 Euro für die Festplatte habe ich bei den Wucherern nicht mal angeklopft, um auch noch die 16 % Zinsen solcher Ackermänner einzusparen; und dazwischen liegt meine Gewinnspanne des Virtuellen im realen Vakuum.
Außerdem bietet die Platte viel mehr Möglichkeiten als die Papiermasse. Ich kann die Platte, wenn sie randvoll ist, löschen und neu beschreiben.
Dann ist mein Spareffekt auf 1 800 000 Euro angeschwollen.
Mein trautes Ehegespons ist immer sichtlich beeindruckt von meiner Jongliererei mit großen Zahlen.
Wie niedlich nehmen sich dagegen die echten Kosten des gesamten Hugox mit ca. 1499,99 Euro aus!

Wie fühlte ich mich nach dieser Offenbarung ?
Na? So, als hätte ich meinem Nachbarn den Hauptgewinn vor der Nase weggeschnappt und seine reiche Frau dazu, als wären Geburtstag und Weihnachten auf einen Tag gefallen, einfach dufte in heiterster Stimmung als von Fortuna innigst geknutscht.

U m s t i m m u n g


Lange währte mein Hochgefühl nicht. Ich hörte sie schon wieder nahen: Ritze, ratze die nagenden Zweifel, wie sie sich mit ihren scharfen Beißerchen durch den dicken Panzer felsenfester Überzeugung raspeln. Da war er schon, im Traum, der Zeifel 'Neunmalklug'; ohne Gruß drängte er sich frech vor:
"He! Du willst doch das Waldfrevlergedicht "Kahlschlag" mit Hintergrundinformation ins Web stellen. Was denkst du dir eigentlich dabei?"
Diese Korintenkacker konnte ich noch nie leiden, deren hämische Lust, die edelsten Triebe zu schmähen.
'Raus!' knurre ich. 'Macht, daß ihr fortkommt! Ich kann euch missen. Schließt die Tür von draußen!' Ich hatte gerechnet und 1 hervorragendes Ergebnis erzielt. Warum sollte ich das verschweigen? Ich murmelte meinen Schlafspruch vom Sonnenuntergang und schied von den Störenfrieden.
Wie lange weiß, ich nicht?
Am Fenster knirschte es leise klirr, kirr, kirrrrrr. Im schwachen Mondlicht sehe ich den Ulk vor dem Fenster rumfaxen. Der Giftzahn ritzt die Scheibe an. Fetzer hält einen Gummisauger dagegen und krax, die Scheibe ist raus. Sofort sind alle Zweifel durch, stehen hämisch grinsend vor mir.
Sie reden im Chor: 'Was sagst du nun?'
Ich dachte: 'Schweig und laß sie quatschen! Du willst schlafen.'
Sie hatten auch keine Antwort erwartet, denn sofort stichelte Spötter: 'Schön hast du gerechnet, sehr schön. So viele runde schwarze Nullen in Summa vor dem Komma, keine rote Null dahinter. Wirst des Finanzministers Liebling werden'.
Der Lobig meint: 'Solch Ergebnis lohnt die Mühe, laß es sehen!'
Geizmull nörgelt: 'Was mich betrifft; ich wär bei aller Größe bescheidener und würde sie weniger laut in die Welt posaunen. Andre werden neidisch'.
Spötter wähnt: 'Vielleicht hat der Umweltminister ein kleines Stück blitzendes Blech übrig, das er ihm ans Revers kleben kann.'
Neuklug: 'So kommen wir nie zum Ziel'.
Pfiffig: 'Das Ding stinkt nach millionenschwerer Werbung.
Mäkler: 'Wenn du meinst' ich sehe das nicht so klar.'
Geizmull: 'Ich habs. Sitzt dir wieder Deine Filzbrille auf der Nase? Rechnet mal mit! 60 Tonnen Papier sind etwa 60 Tonnen Zellstoff. dafür werden rund 60 mal 7,7 Raummeter Fichtenstämme benötigt a 30 cm Durchmesser samt 10 m Länge ergibt 523 stolze Fichten in einem lauschigen Hain auf 13125 m² Fläche. Für den Dichter ein besinnliches Fleckchen Erde und Auslauf für den Pegasus. Dazu könnte er sich 1 allerliebstes Blockhäuschen bauen. 23 Fichten würden dafür genügen.
Reizker: 'Na und wie soll deine lustige Geschichte weitergehen?
Ich vermute; dann kommt die verzauberte Prinzessin und sie suchen die böse Hexe in dem alten hohlen Weidenstamm.'
Pfiffig: 'Denke, denke, denkste. Laß deine Simulierkugel schneller rotieren. Jemand liest die Rechnung; sagt sich: 'Ist ja wunderbar. Hole ich! Rennt zum Laden, kauft die HD 120 GB.
Die Verkäuferin beglückwünscht ihn lächelnd: 'Jetzt haben Sie 13 Ar Urwald am Niger gerettet. Ihnen zu Ehren wird er noch Jahrzehnte wachsen, gedeihen, karge Wüste begrünen'.
Kaum ist die Tür hinter ihm zugeschlagen, kommen die nächsten Käufer gerannt, usow. Ist das keine großartige Werbung? Denke, denke!'
Miesling: 'Und was hat er davon? Gar nichts! Auch wenn er seine Simulierkugel auf Hochtouren rotieren läßt. Das Geld scheffeln andere und hacken den Wald trotzdem ab.
Spötter: 'Na klar. Die Romantiker haben bereits gedichtet: Die Gedanken sind frei. Sind dabei rank und schlank geblieben.' Ulk: 'Genau! Jeder Hacker erschleicht sich kostenfrei freien Zugriff. Schon Schiller hat nach einer reichen Frau gefahndet, die ihn besser ernähren kann als sein dürrer Federkiel.' Mäkler: 'Ich bezweifle, daß aus dem Milliardenfüllhorn der Computerbranche ein sanfter Sterntalerregen auf Skofes Blockhütte niederrieseln wird. Die hätten Angst, daß er davon erschlagen würde. Der kriegt nicht mal das Porto zurück, wenn er die geizigen Digitter schriftlich anbettelt. Das Briefporto kann er zusätzlich sparen.'
Neuklug: 'Jungs, ich habs. Er wird digitalisiert und spirituell virtualisiert.'
Nöler: 'Wie meinste das? Scannt doch keiner.'
Ulk: 'Ich vermute Strings?'
Nöler: 'Sind das dürre Spaghetti?'
Reizker: 'Jetzt raste ich aus bei soviel Blödheit.'
Spötter: 'Hast du nötig; wo flattern deine Weisheiten? Virtualisieren ist im Reich der Dicher und Denker immer gut. Erst wenn der Dichter virtualisiert ist, das heißt, der Leib von der Seele getrennt, wird er mit Ruhm bekleckert. Dann eignet er sich bestens für die Vermarktung, denn seine Seele fordert kein Honorar vom Verlag und seine Biografen können an ihm, ungestraft intelligente Leichenfledderei übend, ihn nach allen Regeln der Kunst zerfetzen.'
Mäkler: 'Er lebt aber noch, wie soll das hinschleichen?'
Grillig: 'Nichts einfacher. Jeder, der sich in einem Pflegezustand befindet, soll seine allerletztendliche Verfügung geschrieben haben, damit ihm professionelle Sterbehilfe für sein Ableben in Würde widerfahre; er war nach seiner Geburt ein bedauernswerter Pflegefall.'
Mäkler: 'Quatsch! der konnte noch gar nicht reden, geschweige denn schreiben.'
In unserm Vorbild USA regelt die Sache der Vormund und den hatte er.'
Warum lebt er jetzt noch?'
Verantwortungslose Mediziner haben vergessen, die Geräte abzuschalten.'
Mäkler: 'Aber das Gesetz gabs damals noch nicht.'
Nach dem Fall der Mauer hat die Justiz die rückgreifende und -wirkende Rechtsprechung im Mauerschutt entdeckt. Irgendeine rechtsstaatliche Akte wird sich wohl finden lassen, vor der er einknickt. Der Wald fordert sein Opfer. Warum betet er ihn an!!'
Wenn ihn die Papierindustrie lynchen will, kein Wunder. Die machen alle Pleite nach solcher Offenbarung. Wer schützt sein teures Leben.'
Der liebe Gott. Der ist für alle Kreatur zuständig. Der Mensch wird selig eingehen durch die grüne Pforte.

Sehen Sie bitte die Seite noch mal durch. Hier habe ich offenbart, was kein vernünftiger Dichter macht. Was zwischen den Zeilen steht, steht hier vor Ihnen. Das bleibt eigentlich sein offenes Geheimnis, das den Leserinnen samt den Lesern allein zu erschließen vorbehalten bleibe. Es ist ein ernsthafter Verstoß gegen übliche Gepflogenheiten der Dichter.
Urteilen Sie!
Hiermit will ich auch den Unsinn unbelesener Wendehälse widerlegen, allein in dem DDR–Staate hätten die Dichter notgedrungen was zwischen ihre Zeilen kritzeln müssen, in einig Vaterland würden sie das bei ihrer grenzenlosen Freiheit und dem üppigen Wohlstand niemals nötig haben: Denn welcher dumme Hund beißt schon die Hand seines Herren, der ihn fett füttert?

Meine Meinung teilen andere:

Carlos Fuentes zitierte auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin:
"In Praise of the Novel" hat der große mexikanische Schriftsteller
Carlos Fuentes seine Rede genannt. "Zum Lob des Romans". Und darin
ein umfassendes, mitreißendes und kluges Plädoyer für die Literatur gehalten,
die durch ihr "Vorrecht, doppelsinnig zu sein" den Menschen
Auswege aus den Einbahnstraßen aufzeige, in die Religion, Politik und Vernunft
mit ihrem Amspruch, Wahrheit zu formulieren, oftmals führen. Die Zweifelhaftigkeit
in einem Roman, die Ungewissheit über Autorenschaft (und damit Autorität) und die
Zulässigkeit vieler Erklärungen ist vielleicht eine Methode, uns zu sagen, dass es
mit der Welt ebenso bestellt ist", sagte Fuentes, der Verfasser ist von 14
Romanen und Bänden mit Theaterstücken, Erzählungen und Essays.

Die Mitteilung stammt von: Martin Hatzius im Feuilleton des ND vom 08.09.05.
 
 
Hallo! Liebe Leute,
 
nie habe ich so viel zwischen den Zeilen gelesen und gehört wir letzt, während des Karikaturenkrieges. Dagegen ist meine obige Festplattenschnurre der reinste blaue Dunst mit Wolke.

Also: Viel Spaß bei der Jagd zwischen den Zeilen!

Laßt mich aber bitte ungeschoren!
Mein langes Haupthaar bedeckt meine empfindlich kränkelnden Ohren, sie wärmend und der Mittelohrentzündung vorbeugend. Den Bart trage ich stolz, weil ich zu faul bin, mich zu rasieren, jedoch nicht um die Stahlressourcen zu schonen, was ich ungewollt für richtig halte.

Ihr seht, Leute !
Wenn genügend Fettnäpfchen zwischen den Zeilen stehen, latscht man von dem einen in das andere und landet schließlich im scherbelnden Pozellanladen.

Bis dann, meine Lieben:  G l ü ck  z u  a l l e w ei l !

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©2004 » 2006 Martin Grabo, WindiMühl