I m   A b e n d sch ei n



Es rötet der herbstliche Abend
sich feurig über dem Brehm.
Versonnen durchradle ich
das sorgsam besäte Feld.
Ich seh die Sonne
tief sinkend
weit hinter Röhricht
nebst dunklem Wald.

Ihr Strahl schießt flammend in Wolken,
der Bäume Schatten sich dehnt,
im Brehm verstummt lautes Zwitschern,
weil Jedes nach Ruhe sich sehnt.

An einem Stieleichenstamme
auf breiter Grasweide Flur
zwei Rosse stehn festgezügelt:
Wer führt flinke Hufe die Spur ?

Zwei Maiden hintragen Reitsättel,
auf Rosses Rücken sanft drückend,
verzurren Riemen samt Schnallen,
die Fersen sorgsam bewickelnd.

Sie schwingen sich in den Sattel;
die eine zagend, fast scheu,
die andre sehr sportlich geübt,
Springreiten sie weidlich erfreut.

Sie leiten ihr Pferd im Schritt;
lassen trabend sich wiegen;
um dann, aus wildem Galopp,
steil Hürden zu überfliegen.

Ich winke "Tschüs!", fahr meiner Bahn.
Solch Abschied will geheißen sein.
Von Ferne blicke ich zurück.
Bald hüllt sie dunstge Dämmrung ein.

Der Traum berührt mich gleiche Nacht:
Bin an der Brehmkoppel Zaun.
Da! Lustig im Mondschein Fee, Elf, Nix
mit Rohrflötenklang sich erbaun.

Damang die Maiden hoch zu Roß.
Jede zierlich Dressur hier zeigt,
jubelnd umtanzt von Feenvolk;
bis dann die Sonne früh aufsteigt.

Das Bild verblaßt,
Der Traum zerschwebt,
sich in flaues Nichts auflöst.
Wie schade?
Daß ich ihn
nie
als Wirklichkeit
erlebt.

* * * * *

Es war ein schöner
Augenblick,
der mir eingab,
diese Ballade zu skofen.
Ohne die Begegnung mit den
beiden Reitinnen
gäbe es keine.
 
 
Vor dem Ritt
     Den Abendritt vorbereitend

Äugnis: 17.09.2004    Fabel: 18.09.2004
Fertig: 02.10.2004
Gebessert: 15.01.2005  ;  25.01.2005  ;  09.02.2005  ;  22.09.2005  ;  12.03.2006 : 03.50 Uhr  

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Abendsonne

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2004 » 2006 Martin Grabo, WindiMühl
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