An
meine edlen Zeitschleifenkurvgeister

 
 

 G R U sS    E U cH,   I H R   w a ck e r n   G ei s t e r

               aller Zeitschleifen !

Für starke   L eu t e   gedacht, die

    steile  Z Ei T ScH L Ei F E N  durchkurven

Des Tages Sprüche sind Zeitgedichte.
 
Beispiel:

Ein Verhältnis der Zeits c h leifenkurver zu dieser Diktionsmasse realer Aktionsmengen ist im Zusammenhang mit des Tages Ablauf stets knatternd aktuell.

Morgenstund hat   
** G o l d **
    im Mund.
Wer die verschläft ???
Der geht zugrund.
Beachten Sie die 10,- EU Zwangsgebühr!!!

Die rationale Abstrakltionsklasse gleichmächtiger Indikatquantitäten, dokumentiert im Terminus  Z e i t   ist an sich absolut, das heisst, weder kontrahier- noch expandierbar; genau genommen:
1 Schäferstunde ist und bleibt 1 solche kribblige Stunde.
 
Doch in Relation zur gesteuerten Quantitätendynamik autorganisierender Systeme der Biotechart Homo tachy tachitis wird Z e i t zur variablen Größe von schockend kinetischer Charakteristik.
 
Damit dokumentiert sich, daß unsereiner Z e i t weder hat, noch nie hat, sondern kreativ erkurvt.
 
Der Möglichkeiten gibt es manche:
Ich empfehle die Aufforderung:

K U R V E  Sch A R F  Sch N EI D E N !!

Und D u wirst rasend schneller = mehr Z e i t

( Frau + Mann ) kann durch  A m o r s  >>P f ei l e>> die Kategorie * Z e i t *  modal aus der Fabrizierglobe in die Intimsphaere transmittieren, in der dann analoge Parameter gelten, gewiß charmanter induziert; nach dem gültigen Motto:

Geteilte * Z e i t * ist einfach doppelte * Z e i t *  !

Aber Vorsicht!
Bei sowas verfitzen sich Zeits c h leifen rasch ungewollt und knicken schnell wie jämmerlich welkende Blumen.

M e r k s ät z e  der  Zeit s c h leifner :

Früher hat es geheissen:
Wenn der Kopf erst mal in der Schlinge steckt, ist es zu spät.

Heute heisst es:
So lange der Kopf in der Zeits c h leife steckt, wird es niemals spät.

Vom Misslingen zum Fiasko:
S c h leife fraktioniert - Zeit distributiert.

Vom Sukzess zum Erfolg:
S c h leife konjugiert - Zeit konvergiert.

Wer Zeitsprüche rezipiert oder rezitiert, sollte sich derlei inwendig runterrieseln lassen wie süßen Schmant.

Gewiß ließe sich diese Befindlichkeit urst sonstwie züngeln, wenn  Zeit - B o l d nur wölle :

D o ch !
         Zeits c h leifenkurver der Gattung  Homo tachy  mögen es genau  sooooooo.

 

H A L L O !

Nicht schlapp machen !
Keine Müdigkeit vortäuschen !
Nichts ist gefährlicher als der Bruch einer Zeitschleife.
Du stürzt verloren in den wirren Strudel nebliger Unzeitschlünde.
Rasten wir etliche Minuten, uns erholend;
lesen wir derweil den:   G eh w e g z a u b e r  



Es vergingen Tage und Wochen
und
nochmals Wochen und Tage.

L E B E N S Qu A L I T Ä T

Kein Wunder, daß bei solcher Zeitschleiferei die wunderlichsten Dinge zum Vorschein kommen.

In der Zeitung hatte ich gelesen, daß das Reisen, nicht Reizen oder Reissen oder Reisessen, zur Lebensqualität gehört; wenn denn dem dann so ist.



In der Nacht des 30.01.2003, so um die 04 Uhr 44 wachte ich kurz auf; und unter Nervenkrämpfen entquoll meinen Hirnwindungen:

Wenn stundenlanger Stau auf der Autobahn sowas wie Lebensqualität an sich hat, laut Zeitung, dann ist Blödheit logischer Weise eine Qualität der Intelligenz; denn, je blöder die Masse Zuschauer in die Röhre glotzt, nicht kotzt, um so heller erstrahlt der Glanz des Genius am Ende des dustern Tunnels.
Nach meiner Erfahrung befürchte ich dadurch keinerlei Erleuchtung der Gaffer; und diese Qualität schreibt sich als beständig fest:
Doof bleibt doof, da hilft kein Stau in der Zeitschleife.

Nachdem mein Hirn sich solch geistiger Sturzgeburt entledigt hatte, gähnte ich erfrischend, gedachte meiner Neujahrsterne, mit ihnen in sanfteres Träumen schlummernd.

Der Wind rauschte leise in den Zweigen der Linde vor meinem Hause, auch etliche Schneeflocken weich herbeiwirbelnd. Auf dem Kleintisch tackte der Quartzwecker, made in GDR aus dem Jahre 1986, immer noch beflissen.
Er hielt treu wacht, denn ich trachtete des Morgens frühe, wie jeden Donnerstag halb 6, mein Schwarzbrot für die nächste Woche wieder selbst zu backen.


 



Zeitreise mit  Ch a m i ss o


An der Dreifwand

Ich war irgendwie neugierig auf abschüssiger Schleife in einen Doppelknoten gerast, hatte mich bammig verrast. An dessen zylindrischer Dreifwand kreisend schielte ich nach irgendeiner Ausfahrt. Außer mir kurften andere Rastler rumnum.
Dreifrohrsäulen in der Zeitschleife Doppelknoten werden innen meist zum Rasten benutzt, dieweil es auf Zeitschleifen keinerlei Stillstand gibt. Jedes kreist beliebig lange, bis weiterer Entschluß fortführt. Mir lag nun garnichts daran, dort kreiselnd zu bleiben und meine Zeit zu vertrödeln. Ärgerlich verbissen hielt ich allseits Ausschau nach dem Abzweig. Eigentlich wollte ich zurück in die Echtzeit, oder, wenn nicht anders, nahe Zukunft; und die liegt meist oberhalb.

Einladung

Nieden dreifte manch älterer Zeitschleifler. Jemand kam mir nahe. Er rief freundlich:
"Salut! Komm mit MaGro! Ich habe was in Absicht."

"Woher kennst du mich?"

"Mir ist etliche Verbindung über Geistfunk vergönnt. Wir reiten zum Pythagoras; der hat eine Riesenschau angesagt. Ich bin der Adelbert, der von Chamisso."

"Sehr genehm! Aber ich möchte raus hier, in die Gegenwart, keineswegs jedoch zurück", entgegnete ich starrköpfig.

"Gemach. Dein Drang vorweg erscheint mir übereilt. Der Blick zurück dürfte lehrreich sein."

Mir lag heute wenig am Einst; mir schwirrte der Kopf: "Ich will nur meine Überschnelle abtrudeln; und dann raus hier."

Er hat ruhig, beharrend geworben: "Deine Absicht sei löblich. Doch ich bitte zu bedenken: Deine Überschnelle kannst du gut nutzen für einen Sprung zu den alten Griechen."

"Und dann? Langts für hin und zurück?" hatte ich eingewendet.

"Keine Bange; verlaß dich auf mich. Ich habe den Schlemihl auch durch schattenlose Welt geleiten gewußt. Ich kenne eine Abkürzung in die Altwelt, die auf den gebräuchlichen Kurvplänen fehlt."

Ich fühlte mich der Obacht des Älteren geneigter: "Es sei denn!"
Er hat zu mir herüber gewinkt, mich auffordernd: "Dann klink dich ein bei mir!"

Im Spättunnel 2500 Jahre zurück

Kaum geschehen, öffnete sich vor uns solche Art Tunnel, der dennoch keiner war. Ich habe das Gefühl gehabt, daß wir im freien Fall schräg in die Tiefe geschossen sind. Links gleich rechts war nichts zu sehen als samten schwarz schimmernde Wand. Keine Aussicht, kein Bild, kein Graffiti, nichts ließ auf die Schnelle schließen, mit der wir hindurch rasten. Und es hat geschienen, als wenn die Höhlung sich erst unmittelbar vor uns öffnete, aufriß.
'Wer hier schleift', habe ich gedacht, 'der muß Ahnung haben'.

Unerwartet zeigte sich mittig 1 glitzernde Leuchte. Meine Gedanken konnten des Vorganges Schnelle nicht folgen, nicht den Satz zu Ende denken: 'Das Licht am Ende des Tunnels'. Augenblicklich schossen wir hinaus, standen auf kleiner schattiger Lichtung eines Haines mir unbekannter fremdartiger Bäume und Kräuter.

Die Pythagoreer


Wandlung

Chamisso als Botaniker tut hier sehr vertraut. Er sagt:
"Wir mutieren!" Kurz danach stehen wir in der Tracht der Griechen vor 2500 Jahr auf sandigem Waldpfade. Unsere Tidsleds sind in die Spätschleuse zurück gespult worden.

Satyrn im Hain

Er zeigt zwischen die Stämme:
"Dort!"
Ich sehe 1 Paar Satyrn mit niedlichen Flitzbögen nebst spitzen Pfeilchen:
"Werden die gefährlich?"
"Nur wenn wir sie reizen."
"Sind die Pfeilspitzen giftig?"
Er beruhigt mich:
"Nein! Die töten nicht, sie pieksen nur eklig."

Des Gastes Pflicht

Chamisso unterweist mich:
"Wir sind hier Gäste; du bist mein Schüler, ich dein Mentor. Du fragst nur mich, keinen anderen. Für dich als Seiender, der sein Wesen leiblich zwischen Ehmals und Künftig treibt, würde es sonst bedrohlich. Die Schleife, in der du wiebelst, zerrisse unter Umständen."

Begrüßung

Er in Sandalen, ich barfuß, schreiten wir vielstimmigem Gemurmel entgegen.
Ich blicke mich noch einmal um.

Links der Schleuse lauert wachsam 1 blau_gelb_rot , rechts 1 lila_grün_braun schillernder Chronobol. Rechts der zählt mittels schwarzer Zahlen, die über seinen geringelten Leib huschen, die Dauer unsrer Anwesenheit; links dem huschen weiße Ziffern den Ringeln entlang, zeigen die schwindende Frist unsres Verweilens deutlich an.

Hämmerklang lockt uns.

Wir werden als Fremde aus Babylonien herzlich willkommen geheißen. Die Pythagoreer sind erfreut, der Aufmerksamkeit von Philosophen ferner Länder gewärtig zu sein. Sie wähnen darin echte Seelenverwandschaft, die wahrlich ihre Bestätigung im Wissen um die wirksame Zahl erhält, ihre Deutung in ihrem rechnerischen Gebrauch.

Am Opferplatz

Wir nähern uns dem Opferplatze. Der gleicht in seiner Umrandung einem gleichseitigen Dreieck ansehnlicher Größe. Mittich der Hypotenuse, etliche Schritte abseits im Hain, ist als tempelartiger Hallenbau das Gymnasium errichtet worden.

Inmitten des Platzes lodert Feuer. An jeder Ecke glüht ein Herd, den jeweils ein Gestell überragt; zwischen denen schmoren drei Opferochsen. Drumrum gruppieren sich Leute, die das gebratene Fleisch verzehren.
Des Opfers Knochen werden feierlichen Schrittes zum Opferbrand inmitten getragen und kreuzweis auf die Glut gelegt.
An jeder Längsaxe 1 Schmied stehend mit Amboß und 3 Hämmern. Gegenseitig taktversetzt lassen sie, die Hämmer auf den Amboß schlagend, diese im Verhältnis von Oktav, Qint nebst Qart ertönen. Ihr Klang sölle die Gottheit ermuntern, der Denker Haupt mit neuen, segensreichen Ideen zu beglücken.

Ich frage verwundert meinen Mentor:
"Wieso das Fleisch den Menschen; die Knochen den Göttern?"

"Knochen sind Stütze samt Mark. Sie sind ihrer Zahl gleich den stützenden Axiomen der Arithmetik, bedeuten unseren Überlegungen die Stäbe des Dreieckes.
Fleisch darwider bezeugt den Gewinn, den uns der gebrauchte Wissensatz beschert. Und je länger solcher wirksam bleibt durch Jahrtausende, desto wertvoller ist er."

Lehrstück 'D r ei e ck'

Wir wandeln in die Halle.
Auf großem glänzendem Steinkubus steht 1 Dreieck. In die Seiten des Kubus sind beeindruckende Reliefe gemeißelt. Sie verdeutlichen den Gebrauch des Lehrsatzes.
Um das Dreieck liegen viele handliche Kuben unterschiedlicher Größe, wie Steine des Spielbaukastens anzusehen.

Ich bin neugierig:
"Wozu sollen die Spielsteine sein?"

Mein Mentor erklärt:
"Damit können Längenverhältnisse im Dreieck ermittelt werden."

"Wie das?"

"Nehmen wir an, du fügst damit über den Katheten je 1 Qadrat. Aus diesen Steinen bildest du hernach 1 einziges, dessen Schrägschnitt das der Hypotenuse entspricht.
"Er zeigt auf das Reliefbild.

"Etwas umständlich finde ich diese Rechnerei; sehr wenig verallgemeinernd."

"Dies ist mehr die Frage der Übung. Bedenke die Menge Regeln, die du bei numerischer Berechnung fehlerfrei beherrschen mußt; die Menge der Zahlen, die genau im Stellenwert zu stehen haben; den Haufen Ziffern, die du dabei auf viel Papier krakelst.
Ich begreife das Allgemeine kaum, daß man alles über einen Leisten schert. Was bedeuten mir allgemeinste Regeln wie
       a2 + b2 = c2,
wenn ich sie für jedes echte Ereignis doch zurecht biegen, ihre Anwendung sicher beherrschen muß?
Ich erkenne das Allgemeine mitnichten, wenn es bis zur 13. Abstraktionstufe einer Metatheorie getrieben wird. Mir gilt die Regel allgemein, die ich vielfach, ohne Umschweife während langer Dauer trefflich nutzen kann; gleich:
3 * 3 + 4 * 4 = 5 * 5 = 25 = 9 + 16 = 52
Ich bin keineswegs auf diese Längen festgelegt. Hälftle ich die, ergibt sich" - mit einem Stöckchen ritzt er blau schimmernde Zahlen in den Sand -:
" 1  1/2 * 1  1/2 + 2 * 2 = 2  1/2 * 2  1/2 = 2  1/4 + 4 = 6  1/4 = (2  1/2)2= 25 : 4 = 25 * 1/4"
Ich kann seiner Logik nicht sogleich folgen, schweige für Augenblicke.
Dann spreche ich ihn an:
 
"Gestatten, verehrter Mentor, eine Frage?"
 
"Bitte!"
 
"Ich habe gelesen, die Ägypter hätten Messungen am Dreieck behelfs 12-knotiger Schnüre gekannt. Darf das dem Lehrsatz des Pythagoras gleichgesetzt werden?"
 
"Die ägyptische Methode schließt aus einem Meßverhältnis und die Ableitung daraus ergibt die Länge des unbekannten Schenkels.
Pythagoras und seine Schule haben jedoch eine deduktive Kalkulation entwickelt, die es ermöglicht, rein rechnerisch Eigenschaften des Dreieckes exakt herzuleiten.
Den Astronomen bleibt es unmöglich, mit Knotenschnüren im Weltall die Entfernung der Gestirne zu messen. Die Pyt-Formel ermöglicht es aber, hierbei gewaltiges leistend. Gleiches gilt für Orientierung auf den Ozeanen, wie ich aus meiner Forschung Reisen weiß."
 
Ich neige anerkennend das Haupt:
"Mein Mentor, ich danke, Ihrer klugen Worte eingedenk !"
Dann kritzele ich seine Worte auf meine Täfelchen.

Gültigkeit und Wert

In welchen Jahr lebst du jetzig?"

"Heuer ist das Jahr 2004."

"Siehe mal an; 2500 Jahr gilt der Pythagoras. Kein König, kein Kaiser, kein Weltreich hatte so lange Bestand."

"Das ist wohl wahr", wundere ich mich selbst in Rückbesinnung.

Er weist mit der Hand:
"Die am Relief gezeigten Methoden sind nach wie vor bestens brauchbar; sei es der Schattenstab, der eigne Schattenwurf, die Bestimmung der Gebäude- und Baumhöhe behelfs rechtwinkligen Dreieckes, der Flußbreite, ferne Weiten und manches mehr.
Auch die Entdeckung der Achsendrehung der Erde durch Ekphantos und Hiketos gehört in den Kreis der Pythagoreer."

Verklärung

Mir scheint es, als wenn die Gegenstände zittrig milchig werden, blaß durchscheinend wie unterbelichteter Film.

"Begeben wir uns zurück !" bestimmt Chamisso entschieden.

Ich folge ihm. Er schreitet hurtig voran. Die Leute sind noch beim Mahl. Alle Töne klingen gedämpfter. Es scheint, als ob sich ein göttlicher Schleier über Ort und Gestalten senkt. Wir treten in den Hain, streben der Spätschleuse entgegen. Es hat noch etwas Weile.

Grillfete

In mir wühlen Fragen. Schließlich meine ich salopp:
"Bei der Grillfete waren nur 3 Ochsen zu sehen. Werden die restlichen 97 demnächst verbraten?"

Er sieht mich verständnislos an, wiederholt gedehnt:

" G_r_i_l_l_f_e_t_e ?? "

Verflixt, ich habe mich um 150 Jahre im Sprachstil vergriffen:
"Ich meine die Ochsen am Spieß."

Er sagt bedächtig:
"Das Opfermahl, junger Freund, wird heute noch geübt."

Logik

Auch das Bild meines geehrten Mentors Chamisso verklärt sich mählich. Mich drückt schnell noch 1 Frage:
"Ich habe mal gelesen, Pythagoras sei gegen Tieropfer gewesen; erst der Diogenes von Laertes habe solch Märchen in Umlauf gebracht?"

Er besinnt sich 1 Augenblick; dann sagt er, und ich ahne nicht, daß es seine letzten Worte vor dem Abschied sein werden:
"Gemach werter junger Freund, in seinen Syllogismen steht: Subjektprämisse bezüglich Objektprämisse dürfen verschieden wertig sein, um wahres Prädikat der Conclusio zu ergeben."

"Werter Mentor, der Sinn deiner Worte bleibt mir rätselhaft", bekunde ich zagend meine Begriffstutzigkeit.

"Mag die Aussage des Diogenes unwahr sein, mir ist unbekannt, woher er sie hat, an der Gültigkeit des Wahrheitwertes dessen, was Pythagoras objektiv sagt, ändert das gar nichts. Sie kann diesen sogar noch verstärken.
Es könnte sein, daß Diogenes seinen Schülern den Wert dieses wissenschaftlichen Kleinodes vor Augen halten wollte. Denn wer kann sich 1 Hekatombe Oxen zu opfern schon leisten?
Suche er heute mal solch schlüssige Kombination der Prädikate!"

Rückfahrt

Chamisso zieht 1 Blatt aus dem Ärmel, es mir reichend:
"Adieu, mein lieber Freund, bis zum nächsten Rendezvous!"

Noch bevor ich mich bedanken kann, tritt er zur Seite, winkt schon in seinem Tidsled hockend und ist aus meinen Augen in die Spätschleuse entschwunden.

Ich sehe erschreckt auf den linken Chronobol; die Spätzahl rückt schnell 0,0 sec entgegen.
"Ich will nicht in dieser Zeit bleiben! Spring den Tidsled!"
Die Chronobole entspannen sich plötzlich wie entklinkte Spiralfedern. Mein Tidsled rast los; und die Spätschleuse kracht donnernd hinter mir zu.

Auf der Donnerwolke reitend bin ich in die Dreifsäule zurück geschossen worden, an deren Innenwand ich 9 mal kreiselte. Dann hat mich 1 Tornado erfaßt und obenaus in die Echtzeit gewirbelt. Ich habe mich unglaublich müde gefühlt, bin sofort eingeschlafen.

In echter Gegenwart


Auf dem Ballsessel

Als ich meine Augen öffnete, bin ich auf dem Ballsessel vor meinem ältesten Rechner gesessen, Hugo II. genannt, in dem noch 1 rüstiges 286er Herz taktet. Irgendwie war ich schlaf- oder traumwandelnd an ihn gelangt.

Neben dem Tippbrett lag das Blatt vom Chamisso, auf dem sein Gedicht "Vom Pythagoreischen Lehrsatz" geschrieben steht. Daran hing 1 Abschnitt von der Zeitung 'ULTRASCHÄRFSTER TIEFBLICK', in dem gewöhnlich der leiseste Blinddarmwind eines Politikers genauestens seziert und Psychosensor analysiert wird.
Das Orakel von Delphi ist dagegen die reinste Dilettantenschau gewesen. Das wurde meist wegen Fachkräftemangel auch nur mit 1 tiefsinnigen Wahrsagerin besetzt, was mithin Profilierungsucht sehr minderte. Sklaven und Langzeitarbeitslose wurden sowieso nie zugelassen.

Neuzeitopfer

Diesmal hatte sich der Kolumnist auf eine Viehcherei geschmissen, auf Rindvieh, das inzwischen zu loser Asche geworden war; aber beileibe nicht solch qualitativ hochwertige wie die vom Vogel  Ph ö n i x .

Tausende Rinder, nicht Rindviehcher, sind verbrannt worden und gleich ganze Herden blökender Schafe mit dazu.
'Als Götteropfer', dache ich, ' da hätte ja wohl Zeus oder sein nordischer Vetter Asa-Thor, gemessen an den 100 dürren Oxen des Pythagoras, einen urgewaltigen Geistesblitz schleudern müssen.'
Nur scheint der Geheimcode * B S E * mir einen solchen unmöglich einleuchtend zu verkörpern.

Ich bin dann mit mir in Ratschlag gegangen; d.h., tiefstes Sinnen versunken; ich bemühte mich krampfhaft den Code zu lüften. Habe aber nirgends den schlüssigen Zusammenhang zwischen geistigem
K L Ei N O D
und * B S E * entdecken können.

Schmähliches Ergebnis

So saß ich nun vor meinem alten Hogo II., Baujahr 1989, dem Erfahrendsten meiner flotten Rechnerschar. Ich legte meine Stirn in Falten, glätete sie wieder, lehnte mich zurück, auch wieder vor, ruckelte hin und her, schloß die Augen, öffnete sie wieder, wiederholte das Prozedere, öffnete, starrte den Bildschirm an, sie noch weiter aufreißend. Alles blieb; dort stand groß querüber:

*PISA* *PISA* *PISA*

"Hugo", schreie ich, "bist du verrückt? Hast du 1 Virus?"

Ich sinke in mir zusammen. Bloß nicht! Dann wird mir klar, daß er mich nicht versteht. Er beherrscht ja wegen seines Alters keinen voicespokenlinkcode. Ich tippe fehlerfrei ein:

'Mein lieber, wie ergeht es Dir?'
Enter!
Ratsch, der halbe Schirm steht voller

*PISA* *PISA* *PISA* *PISA* *PISA* *PISA* *PISA*

Gräßlich.
Ich fasse mich. Grobheiten, wie wild auf den Tasten rumdreschen, mag er nicht; er ist kein Klavier.
Also tippe ich bedächtig ein:
'Mein liebes Hugoleinchen, woran krankst Du? Du weißt, ich helfe Dir!'

Zart drücke ich:
Enter!
Ratsch, das ganze Display voller

*PISA* *PISA* *PISA* *PISA*..................
*PISA* *PISA* *PISA* *PISA* *PISA* *PISA* *PISA* *PISA*.....


! Sch l u ss !

Sch l u ß !
Ich reiße den Stecker aus der Dose, ohne Rücksicht auf speichern oder sonstwas; will vermeiden, daß er sich überhitzt, vielleicht zum rauchenden Fanal wird wie Ox und Stier.

Mir ist schon einer 2 mal explodiert, echt knallig, 1 teurer 17-zöller-Bildschirm vom Typ '447Xav' gleich der Schicksalgöttin 'N o k i a' geheißen; Hugos Netzteil hat er straks mitgerissen in die schweigende Abfallgruft; beide kaum 3 Jährchen alt. Der Monitor war mir wärmstens empfohlen worden, zum Kauf herzlichst gratuliert.
Weiß nicht, womit ich die Krimphexe vergrämt haben könnte und wieviel Oxen ich hätte aufbieten sollen gegen ihre Schwarzmagie? Andern soll sie den Pixelteppich auch geteert haben
Aus handwerklicher Sicht ist es erstaunlich, mit welch ausgefeilter Ingenieurtechnologie, welch edlen Metallen samt Reinststoffen man knallend schocken kann. Meinereiner hätte 1 alte Holzkiste und den billigeren Vorschlaghammer empfohlen. Der Krach würde lauter gewesen sein, die Folgen umweltschonender.
Was mich innerst befriedigt:
Der kluge Steinmarder in meinem Lagerschuppen hat letztendlich mit seiner eklig stinkenden Losung das Spitzenprodukt in seinem Karton fest versiegelt.
Was solls? Göttliches Ingenium fordert halt teure Opfer.

Immerhin fehlt mir bis heute der lichterloh zündende Einfall, wofür ich den treuen Hugo II. freudig verheizen würde, dieweil er immer noch rüstig taktet.

N a ch r i ch t :
Die Nokia versucht es immer wieder mit nem Knall. Meine 2 haben 1800 harte Deutsche Mark gekostet; außer sonstigen Aufwendungen für 2 malige Reparatur. So wertvolle Knallerei bleibt tief in der Erinnerung sitzen.
Wie "www.test.de" jüngst mitteilt, könnten fünf (5) Millionen Akkus für Nokias Handys explodieren, weil sie ungeschützt sind gegen Kurzschluß. Diese Meldung ist keine Warnung vor Terroristen, sondern ganz normale Abzocke auf dem sich selbst regulierenden freien Weltmarkt.
MM  Na dann lustigen Knall !   MM
Gedenken Sie des Lehrers L ä m p e l .
 
"Lehrer Lämpel" Gestalt aus 'Max und Moritz' von Wilhelm Busch
 

 
Anschließend finden Sie das Gedicht des verehrten Adelbert von Chamisso: Tippen Sie mutig drauf !
  Vom Pythagoreischen Lehrsatz 
 

Rück zum Beginn !    Der Freihändler    »  Zu den Pfaden    Hei! Pegasus komm !     

2003 Martin Grabo, WindiMühl